Bücher und Minimalismus, ein bisschen zumindest

In meinem Leben hat sich in den letzten Monaten so einiges getan, ich habe mich mit praktisch allem, was ich besitze, auseinandergesetzt, habe überlegt, ob ich die Sachen wirklich brauche oder sie sehr mag. Angespornt durch die Gedanken des Minimalismus nur das zu besitzen, was man wirklich braucht oder mag, habe ich meinen Kleiderschrank aussortiert, habe ich mich von ein paar Dekogegeanständen, Schmuck und anderem getrennt. Ich besitze immer noch mehr als genug, aber insgesamt weniger und fast nur noch Lieblingssachen. 

Bei meinen Büchern hat sich interessanterweise gar nichts verändert, denn hier folge ich schon seit schätzungsweise drei Jahren dem Gedanken des Minimalismus, ich behalte also nur das, was ich liebe. Vor drei Jahren hatte ich von Minimalismus noch keine Ahnung, ich wusste aber, dass ich in meinem Bücherzimmer nur noch die Bücher stehen haben wollte, die mir gefallen haben. Also sortierte ich massiv aus, um die 200 Bücher (vielleicht sogar mehr) mussten gehen.
Ich besitze immer noch sehr viele Bücher und so wird es auch bleiben, es ging mir gar nicht darum zwanghaft die Anzahl zu verringern. Jedes Buch in meinem Bücherzimmer ist eines, das ich gerne gelesen habe, das ich potentiell noch einmal lesen würde, zahlreiche Bücher habe ich tatsächlich schon zig mal wiedergelesen. Es fühlt sich verdammt gut an ein Bücherzimmer voll mit in meinen Augen guten Büchern zu haben.




Auch bei meinen TBR (SuB) Büchern hat sich etwas getan, ich habe ihre Anzahl insgesamt verringert, bei Ebooks bin ich bei unter zehn, bei Printbüchern habe ich ein Regalbrett voll und damit etwas 20-40 Bücher weniger als zu Höchstzeiten. Mit beiden Mengen kann ich hervorragend leben, denn durch ist sichergestellt, dass ich alle noch ungelesenen Bücher auch wirklich in den nächsten Wochen/Monaten lesen werde. Dies ist mir mittlerweile sehr wichtig, denn Bücher sind zu schade um sie jahrelang ungelesen im Schrank stehen zu haben (ich spreche da aus Erfahrung). 

Sieht man Minimalismus nicht als strikte Beschränkung auf eine bestimmte Anzahl an Gegenständen oder als komplette Konsumverweigerung, sondern als Beschränkung auf das, was man braucht und was einen glücklich macht, was man liebt, dann hat er in meinem Leben tatsächlich ganz unbewusst mit meinen Büchern angefangen, gerade mit den Objekten, die mir sehr viel bedeuten. Ich habe also da angefangen mein Verhalten zu verändern, wo meine Gefühle stark involviert sind, erst Monate später machte ich mich an Kleidung und Co. heran, dann aber nicht mehr unbewusst motiviert, sondern nach einem ganz bewussten Denkprozess. 

Auch wenn man es meinem Bücherzimmer vielleicht nicht auf Anhieb ansehen mag, eine Form von Minimalismus lebt trotzdem in ihm und ich fühle mich damit sehr wohl. 

Welche Bücher dürfen bei euch zu Hause bleiben? Alle? Nur eure Lieblinge? Keine? Und wie geht ihr mit euren ungelesenen Büchern um, habt ihr da ein gutes System für euch gefunden?

Adorkable oder eine zweite Chance

Manchmal, recht selten um genau zu sein, weiß ich nicht genau, was ich nach dem Lesen eines Buchs von ihm denken soll. Ich kann nicht genau sagen, ob ich es mochte oder nicht, wo vielleicht Probleme beim Lesen waren. Dieses unbestimmte Gefühl mag ich nicht, doch einfach los werden kann ich es normalerweise nicht. In solchen Fällen bleibt das Buch dann erst einmal in meinen Regalen stehen und ein paar Wochen oder Monate später greife ich erneut zu ihm, lese es noch einmal, gebe meinen Gedanken und Gefühlen die Chance, sich endlich zu formen und entscheiden.

Ein Paradebeispiel für diese Situation ist "Lola and the boy next door" von Stephanie Perkins, nach dem ersten Lesen war es für mich nur ok, erst beim zweiten Lesen habe ich mich in die Charaktere und die Geschichte verliebt. Auch manchen Autoren gebe ich ganz generell gerne mal eine zweite Chance, ich habe dafür keine feste Liste, sondern gehe dabei recht spontan nach Gefühlslage vor.


Vor kurzem habe ich auch "Adorkable" von Sarra Manning eine zweite Chance gegeben. Ich war mal wieder am Bücher umräumen, ein recht regelmäßiger Vorgang in meinem Bücherzimmer, und sortierte dabei auch ein paar Bücher aus. Dann fiel mir Adorkable in die Hände und ich wusste nicht so recht, ob ich das Buch behalten sollte oder nicht. 
Ich habe "Adorkable" dann also ein zweites Mal gelesen und siehe da, diesmal haben so einige Dinge viel besser für mich funktioniert, diesmal konnte ich mit den beiden Hauptcharakteren viel mehr anfangen und das Buch hat mir gut gefallen, daher darf es in meinem Bücherregal bleiben.
Natürlich verläuft nicht jede zweite Chance so erfreulich, davon werde ich mich aber auch in Zukunft nicht abschrecken lassen.


Übrigens gehören zwei erwachsene Bücher von Sarra Manning zu meinen absoluten Lieblingen, nämlich "Unsticky" und "You don't have to say you love me", was danach an Büchern von der Autorin kam, gefiel mir leider nicht mehr. 

Gebt ihr Büchern oder Autoren auch ganz gerne mal eine zweite Chance? In welche Bücher habt ihr euch erst auf den zweiten Blick verliebt?

Rainbow Rowell: Es muss nicht immer passen

Auf dem Bild unten könnt ihr die drei Bücher von Rainbow Rowell sehen, die momentan in meinem Bücherzimmer leben. Neben den drei Büchern auf dem Bild habe ich auch noch "Attachements" von der Autorin gelesen, das Buch habe ich allerdings nicht mehr zu Hause. Von den insgesamt vier Büchern haben zwei für mich perfekt gepasst, nämlich "Fangirl" und "Eleanor & Park", mit den beiden anderen Büchern hatte ich ein paar Probleme. 

Probleme, die mich in diesem Fall aber nicht davon abhalten werden weitere Bücher der Autorin zu kaufen, denn dazu mag ich ihre Stimme und ihren Schreibstil zu sehr. Rainbow Rowell schreibt Bücher, die besonders sind, sie traut sich an Sachen etwas anders heranzugehen, sie hat ihre ganz eigene Stimme, da ist es für mich nur normal, dass das für mich nicht immer passen kann, muss es in diesem Fall auch gar nicht. Ich werde weiterhin alles kaufen und lesen, was Rowell herausbringt, denn das nächste Buch hat immer das Potential zu einem meiner absoluten Lieblinge zu werden und wenn es mal nicht passt, macht das gar nichts. Die Vorfreude auf das Buch danach bleibt ungebrochen.


Ich freue mich schon sehr auf das nächste Buch von Rainbow Rowell, im Herbst wird "Carry On" erscheinen, die Idee hinter der Geschichte ist schon aus "Fangirl" bekannt. Ich freue mich persönlich darüber, dass der Schreibstil ein anderer sein wird als der, den ich bei den Simon Snow - Teilen in Fangirl kennenlernen durfte (siehe Antwort unten), denn ich denke, dass Rainbow Rowell aus der Geschichte noch viel mehr rausholen kann. 


Info: http://time.com/3714753/rainbow-rowell-interview/
Did Carry On emerge from the leftover Simon Snow segments that went unused in Fangirl?
They didn’t really make it into the book. The Simon Snow I was writing in Fangirl was a different Simon Snow. When I was writing as [fictional Simon Snow author] Gemma T. Leslie, I envisioned this feeling of British children’s literature and had a very traditional middle-grade voice. When I was writing Cath, it was more of what a talented teenage girl writing romantic fantasy would do. Neither of those voices are me. When I started writing my own Simon Snow, it was more what I would do with this character.