Lesen und Buchbloggen, passt das noch für mich?

Schon länger habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie Buchbloggen mein Leseerlebnis beeinflusst, wie vor allem meine Gedanken und Gefühle beim Lesen davon beeinflusst werden Teil der Buchbloggerwelt zu sein. 

Vor ein paar Monaten ist mir mit Erschrecken aufgefallen, dass ich beim Lesen selbst schon ständig daran dachte, was ich später wie in die Rezension schreiben würde. Ich konnte kein einziges Buch lesen ohne schon an die Rezension denken zu müssen. Diese Gedanken haben meine Freude am Lesen nicht gesteigert, im Gegenteil, auf einmal fühlte sich das Lesen wie Arbeit an, ich konnte dabei nicht mehr entspannen und meine Freude war generell getrübt. 

Nachdem mir dies klar geworden ist, habe ich angefangen aktiv daran zu arbeiten die Gedanken an Rezensionen, an Meinungen anderer Leser, anderer Buchblogger, anderer Booktuber, beim Lesen ganz bewusst zu unterdrücken und zu verdrängen. Ich habe angefangen bei manchen Büchern vor dem Kauf weniger Lesermeinungen zu lesen, habe angefangen spontaner Bücher für mich auszusuchen, so wie ich es in den Zeiten vor Buchblogs und Co. getan habe. Dies alles hat mir geholfen den Spaß am Lesen wieder steigern zu können, ich kann mich endlich wieder voll auf das Lesevergnügen konzentrieren, kann mich komplett in einem Buch verlieren, muss dabei nicht ständig an Rezensionen, Meinungen anderer und so weiter denken. Das Buch und ich, viel mehr gibt es beim Lesen nicht mehr und das ist wundervoll. 

Inspiriert wurde ich dazu auch ein wenig durch die anderen Leser in meiner Familie. Meine Mutter und Schwester, auch mein Vater, lesen sehr gerne, niemand von ihnen liest Buchblogs, studiert Rezensionen auf Buchseiten oder schaut Videos auf Booktube. Die eine oder andere Rezension wird vor dem Kauf eines neues Buchs zwar schon gelesen, aber mehr als eine Handvoll nie. Die drei gehen an Bücher freier heran als ich das tue, sie lesen nur für sich selbst, sind mit ihren Gedanken ganz bei den Büchern. An diesem Punkt war ich auch einmal und da will ich auch wieder hin. Meine Buchblogs will ich trotzdem weiterführen, aber eben so, wie es zu mir passt, wie es vor allem meinen Lesespaß nicht beeinträchtigt. 

Das alles hat natürlich auch Konsequenzen für meine Buchblogs und meinen Bocktube-Kanal: Posts gibt es dann, wenn ich etwas zu sagen habe und ich auch wirklich Lust dazu habe meine Meinung zu teilen, habe ich nichts zu sagen, halte ich den Mund. 
Auf About Happy Books schreibe ich mittlerweile zu den meisten gelesenen Büchern zumindest kurze Rezensionen, ich zwinge mich aber nicht dazu epische Romane zu verfassen, wenn meine Gedanken nur zwei Zeilen umfassen. Ich zwinge mich auch nicht dazu wirklich jedes Buch zu rezensieren, mein Blog, meine Regeln. 
Ich stelle weniger mich selbst und dafür wieder mehr die Bücher in den Mittelpunkt, vor allem auf meinem Booktube-Kanal hat dies zu erheblichen Veränderungen geführt. Diese Anpassungen haben mir dabei geholfen mein Verhältnis zu Büchern wieder zu normalisieren und auch die Freude am Bloggen wieder aufleben zu lassen. 

Ich werde auch die Anzahl an Buchblogs und Bocktube-Kanälen, denen ich folge, noch einmal begrenzen, denn zu viele Posts und Videos zu Büchern können sich tatsächlich negativ auf mein Leseerlebnis auswirken. Von Dramafreunden, Buchsnobs und Besserlesern (meine Bücher sind besser als deine) halte ich schon länger Abstand, so wird es auch in der Zukunft bleiben. 

Als weiteren Lesestoff für Buchblogger, die ihren Blog vielleicht gerade in Frage stellen, kann ich den Post "Von der Einsamkeit in einer riesigen Bloggerwelt ..." von Lucina sehr empfehlen. Vielleicht findet ihr euch in den Gedanken des Posts oder auch in den Gedanken anderer Buchblogger in den Kommentaren wieder, vielleicht helfen euch diese Gedanken dabei eure eigenen zu sortieren und zu guten Lösungen zu kommen. Der Post war übrigens auch der endgültige Anlass für mich endlich mal meine Gedanken zu dem Thema Lesen und Buchbloggen nieder zu schreiben, es wurde Zeit!

Brauchen wir noch Büchereien?

Vor kurzem gab es auf Youtube einige interessante Videos zum Thema Bücherei. Es wurde gefragt, ob man diese überhaupt noch brauche, welchen Sinn sie heute noch hätten, ob sie überhaupt noch modern seien. Ausgehend von einem Video, das mittlerweile gelöscht wurde und das mich etwas in Rage gebracht hat, entwickelte sich eine muntere Debatte, die fast ohne Drama und Beleidigungen geführt wurde, es geht also doch. 

Wer meinen Blog About Happy Books kennt, wird wissen, dass ich selbst viele der Bücher, die ich lesen will, kaufe. Dass ich gerne Bücher besitze, dass ich bereit bin (und es mir glücklicherweise auch finanziell leisten kann) jeden Monat einen gewissen Betrag für Bücher auszugeben, ist Fakt. Und doch finde ich Büchereien wichtig und nutze sie auch regelmäßig. 

Meine Bücherei befindet sich in der Nachbargemeinde. Sie ist für die Größe der Gemeinde gut aufgestellt, wer deutsche Bücher und gerne Zeitungen liest, kann mit dem Angebot durchaus zufrieden sein. Ein paar wenige englische Bücher gibt es auch, aber nichts wirklich modernes, dies würde ich aber auch niemals erwarten. 

Die Bücherei ist glücklicherweise Mitglied im Onleiheverbund und diesen Service nutze ich gerne um deutsche Sachbücher und manchmal auch deutsche Jugendbücher zu lesen. Über die Adobe Digital Editions lassen sich die Bücher recht angenehm auf meinem Mac lesen, 14 Tage habe ich dafür je Zeit, und ich habe in den letzten Monaten schon so manches Buch ausgeliehen und gelesen.

Auch wenn ich meist nur das Online-Angebot meiner Bücherei nutze, so schätze ich sie doch sehr und kann nur jedem empfehlen mal in der Bücherei vor Ort vorbeizuschauen, es gibt meist mehr zu entdecken, als man denken könnte und Orte, an denen sich Bücherfreunde treffen können, sind doch eigentlich immer einen Besuch wert.

Brauchen wir also noch Büchereien? Natürlich! Egal ob um Sachbücher zu lesen, mal etwas zu lesen, was man vielleicht nicht selbst kaufen möchte oder um überhaupt einen günstigen Zugang zu Büchern zu haben, Büchereien sind wichtig und werden hoffentlich immer ein Teil meines Lebens bleiben. 

Am Lesen: Gelungene Cover

Meist versuche ich die Posts auf meinen beiden Buchbloss inhaltlich unabhängig voneinander zu gestalten, aber für die Zukunft habe ich mir vorgenommen meiner Meinung nach gelungene Cover von Büchern, die ich gerade lese, auch hier zu teilen. Und da sich hier auf dem Blog ursprünglich ja fast alles um Buchcover gedreht hat, passt das schon. 
Der erste Beitrag in dieser Reihe folgt hiermit auch gleich, ich erhole mich gerade von einer fiesen Erkältung und da helfen ein paar schöne Cover ein bisschen. 


Gleich drei Bücher von meinem aktuellen Lesestapel konnten mich optisch überzeugen. Zunächst ein eher softeres und ruhiges Cover zum aktuellen Buch von Nina LaCour. Ich liebe es, wie Titel und Autorenname fast das ganze Cover einnehmen und doch stimmig zum Motiv stehen. Und da ich das Buch "Hold Still" der Autorin klasse fand, freue ich mich natürlich schon sehr auf "Everything leads to you". 


In eine ganz andere Richtung geht das Cover zu "Every Breath" von Ellie Marney. Es ist dunkler und geheimnisvoller und vor allem der Satz "What if Sherlock Holmes was the boy next door" hatte es mir auf Anhieb angetan, das nenne ich mal eine spannende Ausgangslage für ein YA Buch und ein dazu gelungenes Cover. 


Wieder ganz anders ist das Cover zu "Station Eleven", einem dystopischen Roman von Emily St. John Mandel. Die Farben in Kombination mit dem Motiv wirken auf den ersten Blick ganz unschuldig, bei längerem Hinsehen dann aber doch nicht. Man muss als Leser einfach herausfinden, was hinter mit dem Motiv steckt und wie die dystopische Welt hinter dem Cover aussieht.