Brauchen wir noch Büchereien?

Vor kurzem gab es auf Youtube einige interessante Videos zum Thema Bücherei. Es wurde gefragt, ob man diese überhaupt noch brauche, welchen Sinn sie heute noch hätten, ob sie überhaupt noch modern seien. Ausgehend von einem Video, das mittlerweile gelöscht wurde und das mich etwas in Rage gebracht hat, entwickelte sich eine muntere Debatte, die fast ohne Drama und Beleidigungen geführt wurde, es geht also doch. 

Wer meinen Blog About Happy Books kennt, wird wissen, dass ich selbst viele der Bücher, die ich lesen will, kaufe. Dass ich gerne Bücher besitze, dass ich bereit bin (und es mir glücklicherweise auch finanziell leisten kann) jeden Monat einen gewissen Betrag für Bücher auszugeben, ist Fakt. Und doch finde ich Büchereien wichtig und nutze sie auch regelmäßig. 

Meine Bücherei befindet sich in der Nachbargemeinde. Sie ist für die Größe der Gemeinde gut aufgestellt, wer deutsche Bücher und gerne Zeitungen liest, kann mit dem Angebot durchaus zufrieden sein. Ein paar wenige englische Bücher gibt es auch, aber nichts wirklich modernes, dies würde ich aber auch niemals erwarten. 

Die Bücherei ist glücklicherweise Mitglied im Onleiheverbund und diesen Service nutze ich gerne um deutsche Sachbücher und manchmal auch deutsche Jugendbücher zu lesen. Über die Adobe Digital Editions lassen sich die Bücher recht angenehm auf meinem Mac lesen, 14 Tage habe ich dafür je Zeit, und ich habe in den letzten Monaten schon so manches Buch ausgeliehen und gelesen.

Auch wenn ich meist nur das Online-Angebot meiner Bücherei nutze, so schätze ich sie doch sehr und kann nur jedem empfehlen mal in der Bücherei vor Ort vorbeizuschauen, es gibt meist mehr zu entdecken, als man denken könnte und Orte, an denen sich Bücherfreunde treffen können, sind doch eigentlich immer einen Besuch wert.

Brauchen wir also noch Büchereien? Natürlich! Egal ob um Sachbücher zu lesen, mal etwas zu lesen, was man vielleicht nicht selbst kaufen möchte oder um überhaupt einen günstigen Zugang zu Büchern zu haben, Büchereien sind wichtig und werden hoffentlich immer ein Teil meines Lebens bleiben. 

Am Lesen: Gelungene Cover

Meist versuche ich die Posts auf meinen beiden Buchbloss inhaltlich unabhängig voneinander zu gestalten, aber für die Zukunft habe ich mir vorgenommen meiner Meinung nach gelungene Cover von Büchern, die ich gerade lese, auch hier zu teilen. Und da sich hier auf dem Blog ursprünglich ja fast alles um Buchcover gedreht hat, passt das schon. 
Der erste Beitrag in dieser Reihe folgt hiermit auch gleich, ich erhole mich gerade von einer fiesen Erkältung und da helfen ein paar schöne Cover ein bisschen. 


Gleich drei Bücher von meinem aktuellen Lesestapel konnten mich optisch überzeugen. Zunächst ein eher softeres und ruhiges Cover zum aktuellen Buch von Nina LaCour. Ich liebe es, wie Titel und Autorenname fast das ganze Cover einnehmen und doch stimmig zum Motiv stehen. Und da ich das Buch "Hold Still" der Autorin klasse fand, freue ich mich natürlich schon sehr auf "Everything leads to you". 


In eine ganz andere Richtung geht das Cover zu "Every Breath" von Ellie Marney. Es ist dunkler und geheimnisvoller und vor allem der Satz "What if Sherlock Holmes was the boy next door" hatte es mir auf Anhieb angetan, das nenne ich mal eine spannende Ausgangslage für ein YA Buch und ein dazu gelungenes Cover. 


Wieder ganz anders ist das Cover zu "Station Eleven", einem dystopischen Roman von Emily St. John Mandel. Die Farben in Kombination mit dem Motiv wirken auf den ersten Blick ganz unschuldig, bei längerem Hinsehen dann aber doch nicht. Man muss als Leser einfach herausfinden, was hinter mit dem Motiv steckt und wie die dystopische Welt hinter dem Cover aussieht. 

Kinderbücher und Erwachsene

Und noch einmal geht es um ein Buch von George R.R. Martin. Auch wenn seine Bücher vom Inhalt nichts für mich sind, so scheint er es mit seinem Schreibstil ja doch zu schaffen viele Leser in seinen Bann zu ziehen und das finde ich natürlich toll. Als ich gesehen habe, dass sein Kinderbuch "The Ice Dragon" im November als "Das Lied des Eisdrachen" auch auf Deutsch erscheinen wird, habe ich mich gefreut. Denn das Buch könnte perfekt für meine Nichte sein, die letztes Jahr eingeschult worden ist. Ich will sie natürlich zu einer begeisterten Leserin machen und da kann die eine oder andere fantastische Geschichte sicherlich nichts schaden. 

Da die Originalversion des Buches bereit erschienen ist, habe ich mir online dazu mal ein paar Rezensionen angeschaut, allesamt von Erwachsenen ohne Mithilfe von kleinen Lesern geschrieben. Allesamt von Erwachsenen, bei denen ich mich frage, ob sie die richtigen sind um dieses Buch zu beurteilen. Klar, jeder kann das Buch lesen und bewerten, aber ich will wissen, wie achtjährige Kinder das Buch finden und keine Erwachsenen aus der Bücherwelt von Game of Thrones. 

Ich lese und rezensiere von Zeit zu Zeit auch Bücher, die vor allem für junge Jugendliche geschrieben worden sind, dabei denke ich auch darüber nach, ob ich den Büchern in meiner Bewertung überhaupt gerecht werden kann. Denn ich bin nun einmal schon erwachsen und sehe Dinge anders als mit 13 oder 16. Und auch wenn ich meine Nichte oft um mich habe, so fällt es mir doch schwer genau einzuschätzen, was sie an einer Geschichte begeistern könnte und was nicht.

Ich habe überlegt, wie ich als Kind und junger Teenie Bücher ausgesucht habt, das Internet hat für mich damals noch keine große Rolle gespielt, Rezensionen online nachzuschauen war etwas, das sich erst noch entwickelt hat. Also bin ich normalerweise mit meiner Mutter in den Buchladen gegangen, habe geschaut, was es so gibt und mir dann nach dem Lesen des Klappentextes die Bücher ausgesucht, die sich interessant für mich angehört haben. Meine Mutter ist genauso vorgegangen, wenn sie für mich Kinderbücher ausgesucht hat. Dabei ist man wahrscheinlich davon ausgegangen, dass bei den Verlagen eine gute Vorauswahl für Bücher stattgefunden hat und die Altersangaben auf Büchern auch Sinn machen. 

Im Rückblick glaube ich, dass wir auch ohne Onlinerezensionen gut gefahren sind. Manche Bücher, die ich damals gelesen habe, waren genial, andere ok, wieder andere nicht mein Fall. Genauso ist es auch heute noch. Und wenn ich in Zukunft Bücher für meine Nichte kaufen will, werde ich wie früher vorgehen. Rein ins Büchergeschäft, am besten mit meiner Nichte, schauen was es gibt und sich gut anhört, kaufen und hoffentlich nach dem Lesen eine begeisterte Nichte haben.