Das muss ich unbedingt mal lesen

Es gibt Bücher, die muss ich irgendwann unbedingt mal lesen, das sage ich mir zumindest selbst. Oder wenn schon nicht bestimmte Bücher, dann wenigstens ein Buch eines bestimmten Autoren. In meinem Kopf gibt es daher eine "Das muss ich unbedingt mal lesen"-Liste mit einer Reihe von Buchtiteln und Autoren. Oft kann ich gar nicht genau sagen, warum ich die Bücher eigentlich lesen will, manchmal habe ich aber auch eine ganz genaue Vorstellung von dem Grund. Manchmal sind es von anderen geliebte Bücher, deren Magie ich auch gerne erleben möchte, manchmal spricht mich auch etwas an den Büchern an, ohne dass ich es in Worte fassen könnte. Man hat dann dieses unbestimmte Gefühl und weiß, dass man ihm folgen muss. 

Manchmal komme ich recht schnell dazu ein Buch zu lesen, manchmal dauert es Jahre. Ich entscheide nach Gefühl, wann es für welches Buch endlich mal Zeit wird, manchmal verschwinden auch Bücher oder Autoren von der Liste, ohne dass ich sie je gelesen habe, auch hier verlasse ich mich wieder auf mein Lesegefühl, dies weiß es meistens am besten.

Auf meiner Liste stehen Autoren, die vor Jahrhunderten gelebt haben und deren Bücher als Klassiker bezeichnet werden, aber auch moderne Autoren aus den verschiedensten Genren finden auf meiner Liste Platz. Mit geht es nicht um die Wichtigkeit eines Werks, sondern meist um die Befriedigung einer gewissen Neugier, manchmal muss man wissen, was sich hinter einem Autoren versteckt. 

Manchmal liebe ich die Bücher von dieser "Das muss ich unbedingt mal lesen"-Liste, manchmal aber auch nicht. Manchmal verstehe ich ihren Reiz auf andere Leser überhaupt nicht, manchmal verliebe ich mich Hals über Kopf, es ist immer sehr spannend.

Als letztes habe ich übrigens den Namen John Green von dieser Liste gestrichen, seit Jahren wollte ich endlich mal etwas von ihm Lesen, auch wenn mich eine innere Stimme immer warnte, dass die Bücher nichts für mich sein werden. Vor kurzem habe ich diese Stimme endlich ignoriert und "The fault in our stars" und "An abundance of Katherines" gelesen, das erste Buch war für mich ok, das zweite mochte ich überhaupt nicht. In beiden Büchern kamen mir die Charaktere, Emotionen und Beziehungen leider ziemlich blass vor, außerdem mochte ich die beiden männlichen Protagonisten so gar nicht, man kann also sagen, dass die Chemie zwischen Autor und Leser in diesem Fall leicht gestört war. :) 
Meine innere Stimme hatte im Endeffekt also den richtigen Riecher. Und trotzdem bin ich froh, dass ich die beiden Bücher gelesen habe, denn ich hätte mich ja auch auf Anhieb in sie verlieben können.  Mag ich ein Buch nicht, geht die Welt nicht unter, aber immerhin ist auf meiner Liste jetzt wieder  ein Platz freigeworden, mal sehen, wer diesen einnehmen wird. 

Die kleine Isla kann aus dem Bücherparadies abgeholt werden

Seitdem ich meine neuen Bücher alle in einer Buchhandlung vor Ort kaufe, bin ich ein Fan von E-Mails geworden. Eigentlich kann ich mit diesen nicht viel anfangen, ich bin übrigens auch überhaupt kein Fan vom Telefonieren, aber E-Mails von meiner Buchhandlung bekomme ich doch immer gerne. Denn wenn ein bestelltes Buch in meiner Buchhandlung zur Abholung bereit liegt, macht es ping in meinem Postfach, heute zum Beispiel bekam ich eine E-Mail in der stand, dass die kleine Isla aus dem Bücherparadies abgeholt werden kann, na ja, so oder so ähnlich war die Formulierung. :)


An solchen Tagen mache ich mich dann selbst auf den Weg oder ein Familienmitglied bringt mir mein Buch mit. Manchmal warte ich auch ein paar Tage mit der Abholung bis es passt, mein Buch   läuft ja nicht davon. Auch wenn meine kleine Buchhandlung natürlich nur ein begrenztes Angebot an Büchern hat und englische nicht in ihr zu finden sind, gehe ich doch immer gerne in sie und hole meine bestellten Bücher ab. 
Buchhandlungen sind für mich magische Orte, egal wie klein, vollgestopft oder sonst etwas sie sind, irgendwie fühle ich mich in ihnen immer wohl. Und aus dem Buchregal mit den ganzen Bestellungen meine Bücher herauszuziehen, ist immer ein besonders schöner Moment. 

Das muss für heute reichen, Isla ruft lauthals nach mir. :)

Kann ich mir ein Buch von dir ausleihen?

Diese Frage treibt mir ehrlich gesagt den Angstschweiß auf die Stirn. Eigentlich finde ich es sehr gut Dinge mit anderen zu teilen und nicht immer alles neu kaufen zu müssen, doch bei meinen Büchern gilt das nicht uneingeschränkt. 

Ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu meinen Büchern, schon als Kind habe ich gerne gelesen und meine Bücher sorgsam behandelt. Daran hat sich bis heute nichts geändert, meine Liebe zum Lesen und zu Büchern allgemein hat sich sogar noch verstärkt. Meine Bücher sind für mich kleine Schätze und ich würde sie nicht jedem anvertrauen. Es gibt sogar nur zwei Personen auf der Welt, denen ich ein Buch bereitwillig ausleihe, diese Ehre wird nur meiner Mutter und meiner Schwester zuteil. Beide wissen genau, wie sie mit meinen Büchern umgehen müssen. Auch wenn sie bei ihren eigenen Büchern gerne den Buchrücken brechen, so machen sie das mit meinen nie. Sie wissen genau, dass meine Schätze auch von ihnen wie Schätze behandelt werden müssen.

Aber nicht nur eine mögliche Misshandlung meiner Bücher hält mich davon ab sie anderen zum Lesen zu geben. Ich behalte nur die Bücher, die mir gefallen haben, daher stehen in meinem Bücherzimmer über 1500 Buchlieblinge, von kleinen Lieblingen zu absoluten Favoriten ist alles dabei. Und natürlich will ich, dass jeder meine Bücher genauso liebt wie ich. Bei meiner Mutter und Schwester kann ich ganz gut abschätzen, ob sie eines meiner Bücher genießen werden oder nicht. Ich muss bei beiden keine Angst haben, dass sie den Zauber eines von mir geliebten Buches nicht auch sehen, im privaten Umfeld ist mir dies wichtig, auch wenn ich es online liebe unterschiedliche Meinungen zu Büchern zu entdecken. 

Fragt mich also jemand, ob er sich eines meiner Bücher ausleihen kann, sage ich ich normalerweise knallhart nein, ein wahrer Buchliebhaber wird verstehen warum, dem Rest kann ich nicht helfen. ;)