Wunschlisten so weit das Auge reicht

Eigentlich bin ich nicht der Typ Mensch, der Listen braucht oder mag um den Alltag zu bestreiten, Listen voller Bücher sind aber was ganz anderes, denn die Angst ein Buch zu verpassen oder gar zu vergessen ist groß, zumindest in mir. 
Die Seite eines Online-Händlers für Bücher nutze ich als Heimat für meine Wunschlisten, dass ich die Bücher mittlerweile woanders bestelle und kaufe, hat nichts an meinem System geändert und da mich die Listen nichts kosten, bin ich ganz zufrieden. 

Ich habe zwei ganz normale Wunschlisten für Bücher, die ich noch nicht gelesen habe und die ich gerne in nächster Zeit (Tage, Wochen, Monate, ...) kaufen möchte, auf der ersten Liste sind die Bücher, auf die ich gerade jetzt Lust habe, auf der anderen die, auf die ich auch noch etwas länger warten kann. 

Es gibt auch eine eigene Listen mit Büchern, die ich wahrscheinlich als Ebook lesen will, muss ja alles seine Ordnung haben. 

Dann gibt es noch die Buchextras, besondere Ausgaben von Büchern, die ich mir irgendwann kaufen will, und Printausgaben von Büchern, die ich bereits als E-Book gelesen habe, aber auch noch als Printversion haben möchte. 

Nach den bereits erschienen Büchern kommen nun die, auf die ich noch warten muss. Neben der bald - Liste gibt es auch die ganz normale noch nicht erschienen - Liste, der Unterschied dürfte klar sein. Auf die bald - Liste schiebe ich Bücher, die innerhalb der nächsten 2-3 Monate erscheinen werden, der Rest bleibt auf der anderen. 

Vor gut zwei Wochen habe ich mir mal die Zeit genommen alle meine Bücherlisten durchzugehen, ich habe mir fast jedes Buch genau angeschaut, habe einige Rezensionen gelesen und gut die Hälfte aller Bücher entfernt. Bei einigen Büchern hat sich mein Interesse mittlerweile in Luft aufgelöst, bei anderen passte mir die Grundstimmung nicht (mehr). So manches Buch auf der Liste hat mich an meinem Verstand zweifeln lassen, denn ich kann mir nicht erklären, wie ich es jemals auf eine der Listen setzen konnte. Als Erklärung fallen mir nur Momente geistiger Umnachtung ein. 

Wie groß die einzelnen Listen genau sind, bleibt mein Geheimnis, als Eingrenzung kann ich sagen, dass ich mich insgesamt schon im dreistelligen Bereich (und zwar nicht gerade so) bewege, auch nach dem großen Aussortieren. Aber da mich meine großen Wunschlisten im Gegensatz zu einem großen SuB nicht stören, ist alles ok.

Übrigens gab es in den letzten Wochen keinen Post, weil ich nicht das zwingende Bedürfnis hatte etwas rund um Bücher mit euch zu teilen. Ich habe viel gelesen, mir sonst um Bücher aber generell nur wenige Gedanken gemacht, war gar nicht schlecht. 

Lesen und Buchbloggen, passt das noch für mich?

Schon länger habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie Buchbloggen mein Leseerlebnis beeinflusst, wie vor allem meine Gedanken und Gefühle beim Lesen davon beeinflusst werden Teil der Buchbloggerwelt zu sein. 

Vor ein paar Monaten ist mir mit Erschrecken aufgefallen, dass ich beim Lesen selbst schon ständig daran dachte, was ich später wie in die Rezension schreiben würde. Ich konnte kein einziges Buch lesen ohne schon an die Rezension denken zu müssen. Diese Gedanken haben meine Freude am Lesen nicht gesteigert, im Gegenteil, auf einmal fühlte sich das Lesen wie Arbeit an, ich konnte dabei nicht mehr entspannen und meine Freude war generell getrübt. 

Nachdem mir dies klar geworden ist, habe ich angefangen aktiv daran zu arbeiten die Gedanken an Rezensionen, an Meinungen anderer Leser, anderer Buchblogger, anderer Booktuber, beim Lesen ganz bewusst zu unterdrücken und zu verdrängen. Ich habe angefangen bei manchen Büchern vor dem Kauf weniger Lesermeinungen zu lesen, habe angefangen spontaner Bücher für mich auszusuchen, so wie ich es in den Zeiten vor Buchblogs und Co. getan habe. Dies alles hat mir geholfen den Spaß am Lesen wieder steigern zu können, ich kann mich endlich wieder voll auf das Lesevergnügen konzentrieren, kann mich komplett in einem Buch verlieren, muss dabei nicht ständig an Rezensionen, Meinungen anderer und so weiter denken. Das Buch und ich, viel mehr gibt es beim Lesen nicht mehr und das ist wundervoll. 

Inspiriert wurde ich dazu auch ein wenig durch die anderen Leser in meiner Familie. Meine Mutter und Schwester, auch mein Vater, lesen sehr gerne, niemand von ihnen liest Buchblogs, studiert Rezensionen auf Buchseiten oder schaut Videos auf Booktube. Die eine oder andere Rezension wird vor dem Kauf eines neues Buchs zwar schon gelesen, aber mehr als eine Handvoll nie. Die drei gehen an Bücher freier heran als ich das tue, sie lesen nur für sich selbst, sind mit ihren Gedanken ganz bei den Büchern. An diesem Punkt war ich auch einmal und da will ich auch wieder hin. Meine Buchblogs will ich trotzdem weiterführen, aber eben so, wie es zu mir passt, wie es vor allem meinen Lesespaß nicht beeinträchtigt. 

Das alles hat natürlich auch Konsequenzen für meine Buchblogs und meinen Bocktube-Kanal: Posts gibt es dann, wenn ich etwas zu sagen habe und ich auch wirklich Lust dazu habe meine Meinung zu teilen, habe ich nichts zu sagen, halte ich den Mund. 
Auf About Happy Books schreibe ich mittlerweile zu den meisten gelesenen Büchern zumindest kurze Rezensionen, ich zwinge mich aber nicht dazu epische Romane zu verfassen, wenn meine Gedanken nur zwei Zeilen umfassen. Ich zwinge mich auch nicht dazu wirklich jedes Buch zu rezensieren, mein Blog, meine Regeln. 
Ich stelle weniger mich selbst und dafür wieder mehr die Bücher in den Mittelpunkt, vor allem auf meinem Booktube-Kanal hat dies zu erheblichen Veränderungen geführt. Diese Anpassungen haben mir dabei geholfen mein Verhältnis zu Büchern wieder zu normalisieren und auch die Freude am Bloggen wieder aufleben zu lassen. 

Ich werde auch die Anzahl an Buchblogs und Bocktube-Kanälen, denen ich folge, noch einmal begrenzen, denn zu viele Posts und Videos zu Büchern können sich tatsächlich negativ auf mein Leseerlebnis auswirken. Von Dramafreunden, Buchsnobs und Besserlesern (meine Bücher sind besser als deine) halte ich schon länger Abstand, so wird es auch in der Zukunft bleiben. 

Als weiteren Lesestoff für Buchblogger, die ihren Blog vielleicht gerade in Frage stellen, kann ich den Post "Von der Einsamkeit in einer riesigen Bloggerwelt ..." von Lucina sehr empfehlen. Vielleicht findet ihr euch in den Gedanken des Posts oder auch in den Gedanken anderer Buchblogger in den Kommentaren wieder, vielleicht helfen euch diese Gedanken dabei eure eigenen zu sortieren und zu guten Lösungen zu kommen. Der Post war übrigens auch der endgültige Anlass für mich endlich mal meine Gedanken zu dem Thema Lesen und Buchbloggen nieder zu schreiben, es wurde Zeit!

Brauchen wir noch Büchereien?

Vor kurzem gab es auf Youtube einige interessante Videos zum Thema Bücherei. Es wurde gefragt, ob man diese überhaupt noch brauche, welchen Sinn sie heute noch hätten, ob sie überhaupt noch modern seien. Ausgehend von einem Video, das mittlerweile gelöscht wurde und das mich etwas in Rage gebracht hat, entwickelte sich eine muntere Debatte, die fast ohne Drama und Beleidigungen geführt wurde, es geht also doch. 

Wer meinen Blog About Happy Books kennt, wird wissen, dass ich selbst viele der Bücher, die ich lesen will, kaufe. Dass ich gerne Bücher besitze, dass ich bereit bin (und es mir glücklicherweise auch finanziell leisten kann) jeden Monat einen gewissen Betrag für Bücher auszugeben, ist Fakt. Und doch finde ich Büchereien wichtig und nutze sie auch regelmäßig. 

Meine Bücherei befindet sich in der Nachbargemeinde. Sie ist für die Größe der Gemeinde gut aufgestellt, wer deutsche Bücher und gerne Zeitungen liest, kann mit dem Angebot durchaus zufrieden sein. Ein paar wenige englische Bücher gibt es auch, aber nichts wirklich modernes, dies würde ich aber auch niemals erwarten. 

Die Bücherei ist glücklicherweise Mitglied im Onleiheverbund und diesen Service nutze ich gerne um deutsche Sachbücher und manchmal auch deutsche Jugendbücher zu lesen. Über die Adobe Digital Editions lassen sich die Bücher recht angenehm auf meinem Mac lesen, 14 Tage habe ich dafür je Zeit, und ich habe in den letzten Monaten schon so manches Buch ausgeliehen und gelesen.

Auch wenn ich meist nur das Online-Angebot meiner Bücherei nutze, so schätze ich sie doch sehr und kann nur jedem empfehlen mal in der Bücherei vor Ort vorbeizuschauen, es gibt meist mehr zu entdecken, als man denken könnte und Orte, an denen sich Bücherfreunde treffen können, sind doch eigentlich immer einen Besuch wert.

Brauchen wir also noch Büchereien? Natürlich! Egal ob um Sachbücher zu lesen, mal etwas zu lesen, was man vielleicht nicht selbst kaufen möchte oder um überhaupt einen günstigen Zugang zu Büchern zu haben, Büchereien sind wichtig und werden hoffentlich immer ein Teil meines Lebens bleiben.