Freitag, 19. Januar 2018

Lesen Leser Buchblogs?


Lesen Leser Buchblogs?

Schön länger frage ich mich, ob Leser Buchblogs überhaupt noch lesen. Mit Lesern meine ich Büchermenschen, die zwar leidenschaftlich gerne lesen, aber keinen Blog oder ähnliches führen. Schaue ich mich auf meinem eigenen Blog oder auf anderen um, so entdecke ich in den Kommentarbereichen fast ausschließlich altbekannte Namen. Namen von anderen Bloggern. Ok, vielleicht lesen Leser Buchblogs ja immer noch, kommentieren aber nur höchst selten. Das kann natürlich sein. Aber es gibt mir schon zu denken. 

Es hat sich viel verändert

Lasse ich die Entwicklungen der letzten Jahre Revue passieren, hat sich das Buchgeschehen auf Seiten wie Instagram, Youtube, Twitter und Goodreads verlagert. Blogs erscheinen teils als die Dinosaurier der Szene. Für mich sind sie immer noch meine liebste Plattform um über Bücher zu reden. Als Leser folge ich mehr Buchblogs als Seiten auf Bookstagram oder Booktube, Twitter und Goodreads benutze ich gar nicht. Auf den anderen Plattformen ist es wesentlich leichter anderen zu folgen, ein Klick genügt und man findet alle Abos an einem Ort. Auch das Kommentieren geht einem leichter von der Hand, da man nicht von Blog zu Blog, von System zu System springen muss. Und trotzdem sind Blogs nach wie vor meine erste Wahl. Auch wenn ich in den letzten Jahren gerade bei meinen Lieblingsbuchblogs einen nicht unerheblichen Schwund zu beklagen hatte (einige haben aufgehört) und ich mich in letzter Zeit überraschend schwer tue für mich ansprechende neue Blogs zu entdecken (immer her mit euren Empfehlungen, ihr wisst ja, was ich gerne lese), so ist meine Begeisterung für Buchblogs nach wie vor groß. 

Raus aus der Blase

Kommentare von Personen, die nicht aktiv bloggen, eröffnen in Gesprächen oft neue Perspektiven. Auch Unterhaltungen mit anderen Lesern fernab der virtuellen Welt empfinde ich immer als sehr berreichernd. Als Blogger merkt man teils gar nicht, dass man sich oft in einer Blase bewegt, die wenig mit der Realität anderer Leser zu tun hat. Zumindest drängt sich mir dieses Gefühl auf, wenn ich so manche Diskussion auf Blogs verfolge. 

Wer liest Bücher-lit?

Und generell ist es natürlich interessant zu wissen, wer meine Posts überhaupt liest. Wer schaut hier ab und zu vorbei? Ist es wirklich nur ein kleiner Kreis an anderen Bloggern oder gibt es auch ein paar "normale" Leser? Versteht mich nicht falsch, ich schätze die Gespräche, die ich mit anderen Bloggern habe, sehr. Aber frage mich eben trotzdem, für wen ich hier eigentlich schreibe (abgesehen von mir selbst natürlich). 

Lesen Leser Buchblogs?




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Montag, 15. Januar 2018

Leseproben lesen | Akata Witch + Children of Blood and Bone + The City of Brass | Drei besondere Romane


Drei Leseproben von ganz besonderen Büchern

Heute will ich über drei Bücher reden, von denen ich in den letzten Tagen Leseproben gelesen habe. Natürlich will ich die Frage beantworten, ob mich die Textauszüge davon überzeugen konnten, dass ich die Bücher in voller Länge lesen will. 

Alle drei Bücher besitzen ansprechende Cover und sehr interessant klingende Klappentexte, keins der Bücher spielt im Westen und Magie scheint die drei Geschichten außerdem zu verbinden. 

Akata Witch von Nnedi Okorafor (Leseprobe, auf iBooks habe ich eine längere Leseprobe gefunden)

Die Geschichte spielt in Nigeria und die Hauptfigur ist ein 12jähriges Mädchen, das in den USA aufgewachsen ist, jetzt aber wieder mit ihrer Familie in Nigeria lebt. Sunny Nwazue ist ein Albino und muss aufgrund ihrer auffälligen Erscheinung so einiges an Spott einstecken. Außerdem sieht sie in den Flammen einer Kerze den Untergang der Welt, es ist also so einiges in ihrem Leben los. 

Die ersten Seiten haben mich absolut fasziniert. Der Schreibstil der Autorin konnte mich vom ersten Satz an von sich überzeugen, außerdem will ich mehr über das Leben in Nigeria und Sunnys weitere Geschichte wissen, ich werde mir das Buch daher kaufen. Schaut man sich die Bücherliste der Autorin an, so findet man übrigens so einige Geschichten, die sich ganz besonders anhören, teils auch sehr emotional.

Im Cross Cult Verlag sind bereits Übersetzungen anderer Bücher der Autorin erschienen, hier mehr dazu. "Akata Witch" ist nicht dabei, die übersetzten Romane scheinen alle etwas "erwachsener" zu sein als das Buch, an dem ich interessiert bin. 

Children of Blood and Bone von Tomi Adeyemi (Leseprobe, Kapitel 1-6)

Die Geschichte spielt in einer Welt, in der Magie lange Jahre existiert hat, bis der jetzige Herrscher sie anfing zu bekämpfen und die, die Magie ausüben konnten, zu verfolgen und töten. Zélie Adebolas Mutter war eine derer, die brutal ermordet wurden. Ihre weißen Haare sind ein Zeichen dafür, dass auch sie die Fähigkeit zur Magie in sich trägt, wenn es sie denn noch geben würde. Sie trainiert mit anderen Mädchen, die von Magiern abstammen, um sich gegen die Männer des Herrschers verteidigen zu können. Hoffnung auf eine bessere Zukunft scheint aber nicht zum bestehen.

Die Leseprobe hat es geschafft mich von Zélie und der harten Welt, in der sie zu überleben versucht, zu faszinieren. Die Leseprobe war die spannendste der drei und ich muss wissen, wie es weitergehen wird. Auch dieses Buch steht jetzt also auf meiner Wunschliste. 

The City of Brass von S. A. Chakraborty (Leseprobe)

Auch dieses Buch hat einen spannenden Weltenentwurf zu bieten, die Geschichte spielt in einem von Franzosen besetzten Ägypten. Die Hauptfigur Nahri lernt man kennen, als sie gerade einem Kunden überflüssige Mittelchen verkauft. Sie scheint besondere Fähigkeiten zu haben, z.B. lernt sie ohne Probleme jede Sprache, die sie hört. Das Potential, das in der Welt und den Charakteren liegt, konnte ich definitiv sehen. Der Schreibstil der Autorin hat mir allerdings kleine Probleme bereitet, ein guter Lesefluss wollte sich nicht einstellen. Daher tendiere ich hier zu nein.

Und jetzt?

Zwei der drei Bücher plane ich also zu kaufen und lesen, kein schlechtes Ergebnis. "Akata Witch" ist bereits 2011 erschienen, "Children of Blood and Bone" erscheint im März 2018, lange muss ich also nicht warten.

Wie haben euch die Leseproben gefallen?




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Dienstag, 9. Januar 2018

Beste Bücher gelesen in 2017 | Meine Top 12


2017 war für mich ein recht wechselhaftes Lesejahr. Ich hatte Phasen, in denen ich sehr viel gelesen habe, dann aber auch wieder welche, in denen ich einige Wochen lang keine einzige Seite gelesen habe. Gefrustet hat mich das glücklicherweise nicht, ich bei allem, was mit meinen Lesegewohnheiten zu tun hat, mittlerweile recht entspannt. 

Mit einer Statistik zu gelesenen Büchern, Seiten und so weiter kann ich nicht dienen. So etwas führe ich schon länger nicht mehr und vermisse es auch nicht. 

E-Books

2017 habe ich für meine Verhältnisse recht viele eBooks gelesen. Das passt für mich vor allem dann oft besser, wenn ich mir beim Buch nicht ganz sicher bin. Ich behalte nur noch wenige Bücher, da ich nur noch Lieblinge auf meinen Regalen haben will. Da passt es dann oft ganz gut zunächst zum günstigeren eBook zu greifen und später auch noch die Printausgabe zu kaufen, falls ich mich in die Geschichte verliebe. 

Wie bin ich bei der Auswahl vorgegangen?

Bei der Auswahl meiner Lieblingsbücher bin ich alle Rezensionen auf About Happy Books durchgegangen und habe meine Favoriten herausgesucht. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich einige beim Lesen als sehr gut empfundene Bücher mit etwas Abstand weniger euphorisch sehe, da die Bücher keinen langanhaltenden Eindruck auf mich hinterlassen konnten. Im Vergleich zum letzten Jahr war ich diesmal etwas strenger bei meiner Auswahl, daher ist es an einer sehr überschaubaren Anzahl an Romanen geblieben. 

Die Bücher

Insgesamt 12 Bücher haben es auf meine Liste der Lieblingsbücher 2017 geschafft. Vier der Bücher sind Jugendromane, eines ist aus dem Bereich New Adult, der Rest ist Adult. Alles sind englische Bücher und die meisten Liebesromane. Etwas Urban Fantasy, romantic suspense und Abenteuer im Weltall sind aber auch dabei. Die meisten der Bücher gehören zu Serien, die ich auch 2016 schon gerne gelesen habe, einen Teil dieser Bücher kann man aber auch ohne Serienkenntnisse gut lesen. 

Die Reihenfolge der Bücher ist übrigens nicht zufällig, sie orientiert sich daran, wann ich die Bücher gelesen habe (von früh zu spät im Jahr).

Meine Lieblingsbücher 2017 sind


Die Links führen euch je zu meinen Rezensionen auf About Happy Books. In einem Video zum Post - hier - erfahrt ihr außerdem mehr zu meinen Eindrücken von den Büchern. 

Fazit

Auch wenn es in diesem Jahr beim Lesen einige Phasen gab, in denen nicht viel gelaufen ist, so bin ich dennoch insgesamt zufrieden mit meinem Lesejahr. Ich habe mir keinen unnötigen Stress gemacht, ein paar richtig gute Bücher gelesen und insgesamt eine gute Zeit gehabt. Grund zum Meckern sehe ich da nicht. 

Ich wünsche euch allen ein schönes Lesejahr 2018.

Welche Bücher haben euch 2017 am besten gefallen?



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Donnerstag, 4. Januar 2018

Was habe ich da eigentlich gelesen? | Jane, Unlimited von Kristin Cashore


Das Lesen von "Jane, Unlimited" von Kristin Cashore hat mir mal wieder gezeigt, dass ich der Typ Leser bin, der geradlinige Geschichten bevorzugt. Geschichten in denen am Ende alles klar ist und es keine offenen Fragen gibt. Geschichten, die ich zumindest einigermaßen einem Genre zuordnen kann.  Geschichten, in denen alles Sinn macht. 

"Jane, Unlimited" war daher vor Beginn an ein Wagnis, die Synopsis verrät zwar nicht allzu viel, es war aber klar, dass so manche Überraschung auf mich zukommen würde. Mit dem, was Kristin Cashore geschrieben hat, habe ich aber wirklich nicht gerechnet. Ihr Buch bedient sich an Elementen aus verschiedenen Genren. Mal scheint man in einem zeitgenössischem Roman zu sein, dann beherrscht magischer Realismus die Szenerie, auf einmal erscheint die Geschichte wie ein Abenteuerroman. Dazu kommen noch ein leichter Hauch an Jane Eyre und Gothic-Elementen, mein armer Kopf ist da teils nicht mehr mitbekommen. 

Durch die Vielzahl an Elementen, die die Autorin in ihr neuestes Buch gepackt hat, viel es mir schwer in einen guten Lesefluss zu kommen und eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, beides sind für mich wichtige Punkte. 

"Jane, Unlimited" hat für mich nicht funktioniert, schlecht ist das Buch deswegen aber sicherlich nicht. Ich als Leserin habe schlicht nicht zu dem Buch gepasst, andere Leser werden bei dem, was Cashore erschaffen hat, wahrscheinlich vor Freude jubeln. Also liebe LeserInnen, die bei Büchern auch gerne mal etwas wagen und Geschichten mögen, die sich nicht in eine Schublade stecken lassen, ich wünsche euch viel Spaß mit dem Buch.

An welchen Büchern seid ihr zuletzt gescheitert?



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Dienstag, 2. Januar 2018

Wenn Fortsetzungen enttäuschen | "So was passiert nur Idioten. Wie Uns"


Manchmal kann man eine Fortsetzung zu einem heiß geliebtem Buch kaum erwarten. Und manchmal fragt mich sich, ob eine Fortsetzung überhaupt Sinn macht. Irgendwo dazwischen waren meine Gedanken angesiedelt, als ich gehört habe, dass es mit "So was passiert nur Idioten. Wie uns." von Sabine Schoder eine Fortsetzung zu "Liebe ist was für Idioten. Wie mich." geben würde. 

"Liebe ist was für Idioten. Wie mich." ist ein Buch, das mich beim Lesen emotional gepackt hat, ich habe mit der Hauptfigur gelitten und war vom Buch sehr positiv überrascht. Dann kam die Nachricht von der Fortsetzung und ich war am Zweifeln, ob das neue Buch die Geschichte aus dem ersten bereichern können würde. Lesen wollte ich es trotzdem. 

Gelesen habe ich das Buch mittlerweile und muss leider feststellen, dass die Zweifel bestätigt worden sind. Der neue Teil bereichert die Geschichte, vielleicht mal abgesehen vom Epilog, nicht. Auch nach einigen Jahren wird die Beziehung zwischen Viky und Jay immer noch von Zweifeln und Unsicherheiten beherrscht. Klärendende Gespräche bei Problemen gibt es nicht, stattdessen wird sofort das Schlimmste vermutet. Neue Entwicklungen, wie das Leben als Student, werden kurz abgehandelt und scheinen unwichtig. Die Momente mit den Freunden der beiden haben mir noch mit Abstand am besten gefallen, über sie hätte ich lieber ein Buch gelesen, dann auch gerne mit Jay und Viki in den Nebenrollen.

"So was passiert nur Idioten. Wie uns." dreht sich um einen Konflikt, der so unglaubwürdig ist, dass ich mir fast die Haare gerauft hätte. Wo bitte war die Weiterentwicklung der beiden? Wo die in der Beziehung? Warum dieses unglaublich dramatische Ende, das im Epilog dann nur indirekt aufgelöst wird? Warum dieses Buch?

Ich bin trotzdem gespannt zu sehen, was Sabine Schoder als nächstes veröffentlichen wird. Sollte es nicht um Viki und Jay gehen, werde ich dem Buch wahrscheinlich eine Chance geben.

Welche Fortssetzung hat euch enttäuscht? Welche positiv überrascht?




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