Mittwoch, 27. April 2011

Eine "seelenlose" Kurzzusammenfassung für Gail Carrigers "Soulless"

Über die deutschen Cover und Titel zu Gail Carrigers Büchern habe ich mich hier ja schon ausgiebig aufgeregt. Mindestens genauso schlecht und "seelenlos" (passend zu "Soulless" dem Originaltitel des Buches) finde ich die Synopsis zu "Glühende Dunkelheit", dem ersten Buch in der Parasol Protectorate Serie.
Der ganze Charme und Witz der englischen Kurzzusammenfassung, die einen perfekten ersten Eindruck zum Buch liefert, fehlt. Stattdessen bekommt der deutsche Leser eine langweilige 08/15 Synopsis vorgesetzt (was leider nicht sehr überrascht).


deutsche Synopsis
Nachdem Miss Alexia Tarabotti in Notwehr einen Vampir getötet hat, steht sie nun dem Alpha-Werwolf Lord Maccon gegenüber – dem Chefermittler der Queen für übernatürliche Angelegenheiten. Als dieser sich weigert, sie in die Ermittlungen einzubeziehen, beschließt Alexia, selbst nachzuforschen, was hinter dem Angriff auf sie steckt. Und plötzlich befindet sie sich nicht nur tief in einer Intrige gegen das Britische Empire – sie sieht auch ihr Herz durch den attraktiven Lord Maccon bedroht …

Und im Vergleich die englische Synopsis
Alexia Tarabotti is laboring under a great many social tribulations. First, she has no soul. Second, she's a spinster whose father is both Italian and dead. Third, she was rudely attacked by a vampire, breaking all standards of social etiquette.

Where to go from there? From bad to worse apparently, for Alexia accidentally kills the vampire -- and then the appalling Lord Maccon (loud, messy, gorgeous, and werewolf) is sent by Queen Victoria to investigate.

With unexpected vampires appearing and expected vampires disappearing, everyone seems to believe Alexia responsible. Can she figure out what is actually happening to London's high society? Will her soulless ability to negate supernatural powers prove useful or just plain embarrassing? Finally, who is the real enemy, and do they have treacle tart?

SOULLESS is a comedy of manners set in Victorian London: full of werewolves, vampires, dirigibles, and tea-drinking. 

Ich finde, dass der Unterschied und vor allem die vermittelte Stimmung zwischen den beiden Synopsen schon ziemlich krass ist. Dass Alexia keine Seele hat, wird in der deutschen Zusammenfassung noch nicht einmal erwähnt, dabei ist das so wichtig.

Die deutsche Synopsis in der jetzigen Fassung liest sich langweilig und das Besondere des Buches wird auch nicht ansatzweise vermittelt. Die englische Synopsis passt dagegen perfekt zum Buch.
Klar ist in einem solchen Fall die Übersetzung oder die Neuformulierung der Synopsis nicht so einfach. Denn wenn man den Wortwitz der Autorin und den herrlich, einzigartigen Character von Alexia gut vermitteln will, ist das schon ein bisschen Arbeit. Aber diese Arbeit sollte der Verlag doch wohl leisten können.


Die Leseprobe auf der Seite von Blanvalet liest sich glücklicherweise viel besser und richtig gut. Trotz meiner Meinung nach miesem Cover (kurze Ärmel sind ein no go für die Zeit in der das Buch spielt), peinlichem, unpassendem Titel und der langweiligen Kurzzusammenfassung, könnte der Inhalt des Buches wirklich klasse und fast so gut wie das Original sein. Schade nur, dass der Verlag nicht die Chance genutzt hat, dass Buch so zu gestalten / zu beschreiben, dass es sich von anderen paranormalen Liebesromanen positiv abhebt.

Kommentare:

  1. Ich liebe die englischsprachigen Bücher und hab alle drei mit größtem Vergnügen verschlungen!

    Und nun zum bedauerlichen Teil:
    Die deutschen Cover sind bäh - so not Alexia!
    Die deutschen Titel sind völlig unpassend - was hat man sich dabei gedacht?
    Wenn ich die Synopsis da oben lese, schlaf ich ein vor Langeweile, keinesfalls jedoch würde ich deshalb das Buch kaufen.
    Soweit stimme ich völlig mit dir überein!
    Was die Übersetzung angeht, bin ich jedoch nicht ganz so glücklich. Ehrlich, ich bin schon über den allerersten Satz gestolpert! Nun ja, es ist nicht ganz so übel, aber es ist ganz sicher nicht mit dem Witz und der einzigartigen Sprache des Originals vergleichbar.
    Schade drum!
    (Und ich bin wieder mal verdammt froh, dass ich im Englischunterricht immer gut aufgepasst hab, damit ich die Bücher heute im Original lesen kann ;-))

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  2. Evi: Den Wortwitz und die Sprachgewandheit von Gail Carriger zu übersetzen ist wahrscheinlich unendlich schwer. Ich finde nach einigen Seiten ging das mit der Sprache ganz gut.

    Bei den Covers, Titeln und Synopsen bin ich ganz deiner Meinung, einfach grausam was da aus dem Original gemacht wurde.

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  3. Hi, schlechte Übersetzungen von Buchzusammenfassungen sind mir auch schon öfter ins Auge gefallen. Besonders nervig finde ich, dass der Fokus oftmals auf die Attraktivität des männlichen Charakters gelegt wird. Klar, im englischen Original wird auch angesprochen, dass Maccon gut aussieht, aber es wird auf amüsante Weise vermittelt und nicht so platt.

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  4. @ Friedelchen: Diese platte Art nervt mich auch total. Gerade bei Gail Carriger's Büchern wäre eine witzige, wortgewandte und amüsante Synopsis ein Muss, aber leider sieht die Realität anders aus.

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