Dienstag, 12. April 2011

Ist das jetzt auf Englisch oder doch auf Deutsch?

Als ich diesen Post auf Susis Bücherblog über englische Titel zu deutschen Büchern gelesen habe, musste ich sofort an einen alten Freund denken. Dieser ist ein begeisterter Leser und er regt sich auch oft über so manche Übersetzung auf.
Er ist z.B. Fan von Stephen King, aber kein Fan von einigen deutschen Titeln des Autors. Im Original heißt z.B. eines der Bücher "Lisey's Story", aber anstatt das Buch folgerichtig "Liseys Geschichte" zu nennen, hat sich der Verlag für "Love" entschieden.

Ich finde es ehrlich gesagt immer verwirrend, wenn deutsche Bücher einen englischen Titel tragen, der nicht der Originaltitel ist. Wenn dagegen der Originalname des Buches oder der Serie übernommen wird und dann noch mit einem Zusatz auf Deutsch versehen wird, finde ich das oft gut. Aber warum zu einem englischen Titel greifen, der nicht der Originaltitel ist? Die Logik dahinter verstehe ich einfach nicht.


Das gleiche passiert z.B. auch mit den Büchern von Lisa Jackson (sehr zum Ärger meiner Mutter). "Malice" heißt in der deutschen Übersetzung "Mercy" und ich finde das komisch und irritierend zugleich. Viele deutsche Leser werden nicht wissen, was mercy bedeutet, dann kann man doch gleich beim Originaltitel bleiben. Aus "Cold blodded" wurde übrigens "Danger", "Angels" durfte "Angels" bleiben, "If she only knew" wurde zu "Dark Silence" und "Cry" durfte seinen Namen behalten. Da soll noch mal einer den Durchblick behalten und den Sinn dahinter verstehen.

Ich bin dafür den Büchern entweder einen deutschen Titel zu geben (der nahe am Original liegt) oder beim Originaltitel (plus deutschem Zusatz) zu bleiben.

Kommentare:

  1. Ich versteh das auch nicht, das mit "Würde auf dem deutschen Markt so nicht funktionieren" halte ich für eine leere Schutzbehauptung der Verlage. Entweder kann man rudimentär Englisch - oder eben nicht. Und gegen die Übersetzung des Titels nah am Original spricht imo auch selten etwas.

    Ich mag allerdings nicht unbedingt diese Untertitlung des Originaltitels, aber ich mag generell keine Titelzusätze.

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  2. Ich verstehe genau was du meinst! Mein Lieblingsbeispiel dafür ist immer The Immortals von Alyson Noel/Melissa de la Cruz.
    Im Englischen ist die Immortals Reihe von Alyson Noel, auf deutsch heißen die Bücher Evermore. Dafür gibt es eine "deutsche" Reihe "The Immortals" von Melissa de la Cruz, die aber im Original eigentlich Blue Bloods heißt. Geht es noch verwirrender? Immerhin sind es auch noch beides Jugendbücher.

    Ein anderes Highlight hat sich mal Egmont geleistet: die deutschen Verlage gehen mehr und mehr dazu über, japanische Originaltitel von Mangas einzudeutschen oder zumindest einen englischen Titel zu nehmen, um eine breitere Leserschaft anzusprechen, was ich auch verstehen kann, da viele japanische Titel Zungenbrecher sind. Nun ging Egmont aber hin, und hat bei einem Manga aus dem Titel "Fujoshi Kanojo" den Titel "Akihabara Shojo" gemacht. Ist doch viel leichter auszusprechen, oder? ;-)

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  3. Das ist ja wie bei A.S. King's "Please ignore Vera Dietz", welches ja zu "Please don't hate me" wurde. Fand ich auch sehr merkwürdig und unpassend.
    Und dann noch der zweite Teil von "If I stay". Der erste Teil wurde richtig übersetzt zu "Wenn ich bleibe", aber beim zweiten haben sie einfach aus "Where she went" den Titel "Lovesong" gemacht.

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  4. @ Elena: Ich finde Titelzusätze manchmal auch komisch, aber immer noch besser als nur ein englischer (nicht der Originaltitel) Titel für ein deutsches Buch.

    Damit sich Zusätze gut anhören und stimmig sind, muss sich der Verlag aber schon Mühe geben.

    @ Rishu: Stimmt, das kann einen schon ganz schön verwirren :)
    Das mit dem Titel für den Manga ist schon komisch, den Sinn dahinter kann ich nicht verstehen. Bei Mangas würde ich übrigens immer einen japanischen Titel erwarten, ein englischer würde mich da eher irritieren.

    @ Cherry: Stimmt, an "Where she went" bzw. "Lovesong" habe ich gar nicht gedacht. Ich kann den neuen Titel auch nicht so ganz verstehen. Da hätten sie auch bei "Where she went" bleiben können oder eben etwas wie "Wo ich war" nehmen können.

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  5. Du hast recht. Es ist sehr verwirrend, die Verlagstypen wollen manchmal wohl mit ihrem Englisch angeben.
    Ich hab noch ein tolles Beispiel: Jack Ketchum: The Girl next door wird zu Evil LG :)

    @Cherry: "Where she went" kann man nicht vernünftig übersetzen. Sonst müsste es eher "Der Ort an den sie verschwand" oder "der Ort an den sie ging" heißen und das klingt echt blöd.

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  6. @ KatarinaLiest:
    Dein Beispiel ist ja auch gruselig. Da fehlen einem manchmal die Worte.

    Ich wäre bei "Where she went" für etwas wie "Wo sie war" gewesen, aber eben nichts englisches, weil das nicht zur deutschen Version von "If I stay" passt.

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  7. Ich find das auch total bescheuert. Ich vermute viele Verlage machen das, weil die Wörter irgendwie modisch sind oder cool klingen sollen und es werden natürlich meistens Wörter genommen, die auch die, die der englischen Sprache nicht so mächtig sind, noch verstehen. Aber so eine Antwort aus Verlagssicht würde mich da schon enorm interessieren!

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  8. Von Malice zu Mercy ist es aber schon ein sehr krasser Unterschied. Da muß doch der Verlag gerade gehofft haben, daß niemand das Buch in die Finger kriegt, der ein bißchen Englisch kann (oder in der Lage ist, den guten alten Leo zu fragen). Sachen gibt's, die gibt's gar nicht!

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  9. @ MissBookiverse: Vielleicht werde ich deswegen mal nachfragen.

    @SusiB: Es ist wirklich ein heftiger Unterschied und macht für mich auch keinen Sinn, aber nach dem Sinn soltte man bei solchen Sachen vielleicht nicht fragen.

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  10. @Sabrina: Das fänd ich voll cool! :)

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