Dienstag, 10. Mai 2011

Braucht / will der deutsche Leser ein bisschen Zusatzinfo?

Meine Mutter hat vor kurzem "Im Schatten der Wälder" von Nora Roberts gelesen und nachdem sie das Buch fertig gelesen hatte (ihr hat es übrigens sehr gut gefallen), hat sie mich gefragt, was denn "Jaws" bedeutet. Jaws ist der Name eines Hundes im Buch und er heißt so, weil er alles anbeißt. Als ich meiner Mutter erklärte, dass "Jaws" weißer Hai bedeutet, hat sie nachträglich einige Witze aus dem Buch verstanden.

Ich bin mir sicher, dass meine Mutter nicht die einzige ist, deren Englisch eher rudimentär ist. Daher würde ich von den deutschen Verlagen in solchen Fällen erwarten, dass sie die Originalnamen beibehalten und dem deutschen Leser in einer kurzen Anmerkung die Bedeutung erklären.

Das gleiche hätte ich mir übrigens auch für die "Die Enklave" von Ann Aguirre erwartet (meinen Post dazu könnt ihr hier lesen). Anstatt die Namen "Fade" und "Deuce" unschön in "Zwei" und "Bleich" einzudeutschen, hätte man bei den Originalnamen bleiben können und die Bedeutung der Namen im Deutschen kurz erklären können. Ebenso bei der deutschen Version von "Across the universe" von Beth Revis. Da wird aus "Elder" im Deutschen doch tatsächlich "Junior". Auch hier wäre die Beibehaltung der Originalnamen mit kurzer Erklärung meiner Meinung nach besser gewesen.

Übrigens sieht das meine Mutter genauso. Auch wenn sie kein Englisch versteht, mag sie es gar nicht, wenn Namen eingedeutscht werde. Und sie würde sich häufig über ein bisschen Zusatzinfo freuen. Klar will sie nicht Seitenweise mit Info zugetextet werden, da dass den Lesefluss stören würde, aber für ein paar kurze Erklärungen ist so doch immer offen.


Was denkt ihr? Sollten Verlage ihren Leser (öfter oder überhaupt) bei übersetzten Büchern kleine Anmerkungen zur Verfügung stellen, damit man der Geschichte besser folgen kann und auch Witze wie z.B. bei Jaws verstehen kann?

Kommentare:

  1. natürlich, wenn mir beim Lesen des deutschen Buches Bedeutungen nicht klar werden fehlt mir doch was. Ich bin auch nicht fürs eindeutschen der Name, eben mit Sternchen oder in Klammern kurz die Bedeutung und alle wissen Bescheid.

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  2. Wenn mir die Bedeutung eines Wortes/Namens nicht klar ist und ich den Eindruck habe, dass diese aber wichtig ist, schau ich im Wörterbuch nach. ;)

    So grundsätzlich könnte es sicher trotzdem nicht schaden, dem Leser die Bedeutung klar zu machen. Nur, in welcher Form? Bei der ersten Erwähnung in Klammern oder mit Sternchen? In einem dazugedichteten Nebensatz? Oder in einer Vorbemerkung? Problem könnte sein, dass die, die es wissen, sagen: "Haltet ihr uns für doof, Verlage? Wir wissen doch, was das heißt!"

    In jedem Fall ist alles besser als Eindeutschen!

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  3. Ich denke, das wäre eine gute Idee! Man muss die Info ja auch nicht im Text unterbringen, sondern könnte einen kleinen Verweis machen (z.B. eine Fußnote oder ähnliches) und es dann am Ende, wie in einer Art Glossar, erklären und sammeln, sofern es mehrere sind.

    Bei dem Buch von Beth Revis finde ich es besonders schade, weil ich den Namen Junior echt furchtbar finde.

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  4. Ich find ja Namensregister nett und da könnte man dann geschickt noch die Erläuterung der Namen unterbringen. Generell bin ich gegen eindeutschen, vor allen Dingen, wenn die Handlung irgendwo im Ausland spielt und die dann auf einmal mit deutschen Namen durch die Gegend rennen ...

    "Across the Universe" kauf ich mir übrigens auf jeden Fall auf Englisch, mag nicht ständig Junior lesen.

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  5. Unbedingt! Bei mir zuhaus wird zwar auch oft Englisch gesprochen, aber trotzdem würde es mich freuen. (nicht zuletzt, da es ja auch bswp. französische Namen, über die Witze gemacht werden

    Ich verstehe sowieso nicht, warum das nicht öfter getan wird. - Weil es angeblich den Lesefluss stört? Hmm..

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  6. Ich kann dir da nur zustimmen!!
    bei englischen Büchern kommt es ja immer öfters vor, dass ein Glossar angehängt wird und das freut mich immer riesig. Vielleicht nehmen sich die Verlage das als Vorbild für die Zukunft?

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  7. Sofern es für die Geschichte, den Humor oder das Verständnis wichtig ist, würde ich auf jeden Fall - zumindest eine kleine - Anmerkung haben wollen!
    Mein Englisch ist zwar nicht rudimentär, aber "Jaws" hätte ich jetzt auf Anhieb auch nicht gewusst...
    Auch die Eindeutschung von Namen finde ich meistens ganz schrecklich. Das sollten sie auch ruhig lassen. Lieber hab ich dann vorn/hinten ein kleines Glossar oder schlicht ein Sternchen mit Fußnote. Es muss ja auch nicht breitgetreten werden. :-/

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  8. Gut zu wisse, dass niemand von euch das Eindeutschen von Namen mag. Für mich gibt es fast nichts schlimmeres.

    @ Jennifer 0509:Ganz meine Meinung!

    @ Irina: Ich würde das über Fußnoten oder Klammern machen. Ich denke so 5 davon in einem Buch würden meist reichen und sollten auch keinen stören.

    @ Stephie: Junior als Namen fand ich schon immer schrecklich :(
    Fußnoten oder ein Glossar wären auch mein Vorschlag. Vor allem bei Fantasybüchern mit kompliziertem Aufbau habe ich mit Glossaren gute Erfahrungen gemacht. Und ich mochte schon immer Fußnoten.

    @ Elena: Ich will auch nicht ständig von Junior lesen müssen. Namensregister mag ich auch, die sind bei Geschichten mit vielen verschiedenen Personen echt praktisch.

    @ Patricia: Ich würde auch gerne wissen, warum das nicht öfter gemacht wird. Meinen Redefluss stören ein paar wenige Fußnoten auf jeden Fall nicht.

    @Melanie S.: Das wäre schön, ich bin ein Freund von Glossaren und wer sie nicht mag, braucht sie ja nicht lesen.

    @ Ami Li Misaki: Bei Jaws wusste ich die Bedeutung auch eher zufällig (von den Filmen) und dass obwohl ich eigentlich nur englische Bücher lese.
    Fußnote und Glossar wären auch meine Lösung. Und wie du sagst, niemand verlangt eine lange Erklärung, eine kleine Info reicht schon.

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  9. Im LYX-Verlag machen sie das manchmal sogar so. Wenn da ein Witz ist, den ein Feld-Wald-und-Wiese-Deutscher so nicht verstehen würde, machen sie auf der Seite unten eine kleine Legende und erklären den Witz in eins-zwei Sätzen. Das ist echt Hilfreich! Deswegen bin ich voll und ganz deiner Meinung! So was ist unbedingt Notwendig und sollte sogar Pflich sein! ;-)

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  10. @ Kristina Reiter: Sehr schön, dass der LYX Verlag das macht. Daran könnten sich andere ein Vorbild nehmen.

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