Montag, 6. Juni 2011

Broschierte Bücher: gutes Format oder zu teuer?

Die Frage, was denn genau ein "broschiertes" Buch so besonders und teuer macht, hat mich in den letzten Wochen beschäftigt. Genauer gesagt seitdem ich den Preis für den neuen Roman von Susan Elizabeth Phillips gesehen habe. Das Buch ist broschiert und kostet stolze 14,90 Euro. Ein ziemlich hoher Preis für einen Roman, der nicht in gebundener Form ist.

Ich habe mich gefragt, ob denn wirklich ein erheblicher Unterschied zwischen einem Taschenbuch und einem broschiertem Buch besteht, der einen Aufpreis von fünf - sieben Euro rechtfertigt. Nachdem ich mir das Buch von SEP und auch z.B. die Bücher von Karen Rose im Geschäft und bei meiner Mutter näher angeschaut habe, würde ich nein sagen.
Klar sind die Bücher etwas größer im Format und durch die Klappen an den beiden Umschlägen auch etwas stabiler, aber mit einem gebundenen Buch können sie meiner Meinung nach nicht mithalten. Besonders enttäuschend finde ich, dass die Innenseiten der Klappen absolut ungenutzt bleiben, nur in einem broschierten Buch habe ich darauf Karten entdeckt (war ein Fantasybuch), ansonsten sind sie schlicht einfarbig, gestreift oder mit ein paar Rosen versehen. Für einen Preis von 15 Euro erwarte ich schon ein bisschen mehr. Man könnte die Klappen meiner Meinung nach weglassen und die Bücher dafür etwas günstiger anbieten. Aber klar, solange sich diese Art von Büchern gut verkauft, wird kein Verlag der Welt etwas an dem Preis oder dem Format ändern.

Insgesamt habe ich das Gefühl, dass Bücher in Deutschland immer mehr zum Luxusgegenstand werden. Zehn Euro für ein kleines Taschenbuch, 15 Euro für ein broschiertes und 20 Euro für ein festgebundenes Buch sind schon ziemlich heftig. Bei Preisen wie diesen bin ich wirklich froh, dass ich fast ausschließlich englische Bücher lese. Da spart man pro Buch schnell fünf bis zehn Euro.

Was haltet ihr von broschierten Büchern? Sind sie den höheren Preis wert? Oder schrecken sie euch vom Kauf ab?

Kommentare:

  1. Ich persönlich finde broschierte Bücher zu unhandlich, zu schwer und zu teuer. Klar, sie sind stabiler als ein Taschenbuch, aber nicht so stabil und schön wie ein HC mit oder ohne Schutzumschlag. Außerdem finde ich das große Format für ein "TB" extrem unpraktisch, mir liegen broschierte Bücher zumindest so blöd in der Hand, dass ich sie schon deshalb ungerne lese. Und was den Preis angeht kann ich dir nur zustimmen. "Seelenglanz" von Brigitte Melzer soll 16,95€ als broschiertes Buch kosten. Das ist doch kompletter Wucher, wenn das wirklich stimmt! "Rebellion der Engel" hat genauso viel gekostet und war ein HC mit Schutzumschlag. Vor ein paaren Jahren hab ich für 15€ noch ein einfaches gebundenes Buch bekommen, die Zeiten sind heute vorbei. :-(

    Meiner Meinung nach sind sie ihren höheren Preis überhaupt nicht wert, ich kaufe sie trotzdem, wenn ich ein Buch unbedingt haben möchte, aber ich versuche es zu vermeiden, indem ich z.B. auf eine vorhandene englische Ausgabe zurückgreife.

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  2. Schaut euch mal die eBook Preise an. Da könnte ich mich ja jedes mal Stundenlang aufregen... Aber das ist ungesund, also lasse ich es lieber. ;-)

    Bei mir ist bis 10 Euro für ein Buch verkraftbar. Da überlege ich nicht wirklich. Ab 10 Euro fange ich ins überlegen an und bei 15 Euro höre ich auf zu überlegen, weil das ist meine Schmerzgrenze muss ich sagen.

    Ob TB, Broschiert oder Gebunden ist mir dabei auch egal.

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  3. Also mich nervt das auch. Die einzigen Deutschen Bücher die ich noch kaufe sing die von Sergej Lukianenko und die kosten immer 15 - 17 Euro. Echt eine Frechheit. Aber naja, da mein Russisch so schlecht ist bleibt mir halt nichts anderes übrig. Sonst kaufe ich nur Englische Paperbacks oder Ebooks- bei weitem nicht so teuer wie das Deutsche Äquivalent.

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  4. Um ehrlich zu sein, sobald "broschiert" da steht, möchte ich am Liebsten gar nicht mehr zugreifen. Da kaufe ich mir lieber für 18 Euro ein gebundenes Buch als für 14 die broschierte Version. Meiner Meinung nach sind diese Versionen ziemlich überflüssig. Mir ist sogar die Innenseite/die Klappen sogar unsinnig. Mir sind sie im Weg und lesen soll ja eigentlich etwas gemütliches sein. Hmpf.

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  5. Ich finde das Format einfach nur überflüssig. Ist doch auch nicht wirklich viel mehr als ein Taschenbuch und die Qualität find ich auch nicht besser. Dafür aber bis zu 5 Euro auf den Preis drauf knallen. Da krieg ich bei PAN wenigstens Flexcover (=Hardcover) für.

    Btw, bei Kerstin Giers in Wahrheit wird viel mehr gelogen ist auch die angebliche TB-Ausgabe broschiert. Der einzige Unterschied ist die Größe, die TB ist ein wenig kleiner!

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  6. ich kaufe nur gebundene Bücher. Da ist der Preis auch gerechtfertigt. Bücher als Luxusware? Ich sehe das nicht so! Schließlich kostet ein PC Spiel an die 50 Euro, ein iPhone 400 - 500 Euro und jeder kauft sich so ein Teil! Schließlich muss bei Büchern nicht nur der Autor gut bezahlt werden sondern auch alle anderen die da mitmachen. Und was englische Bücher angeht, so finde ich die Papierqualität deutscher Bücher besser...

    Trotzdem wie du schon schreibst, der Preis zwischen Taschenbuch und dem broschierten Buch darf keinen Preisunterschied von 5 - 7 Euro betragen! Das ist wirklich zu viel!

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  7. @ dyabollo: Ich als Vielleser (mehr als 20 Bücher im Monat) könnte mir das bei den Preisen für deutsche Bücher nicht leisten, daher ist es für mich schon ein Luxusgut. Die Prioritäten für was Geld ausgegeben wird, setzt natürlich jeder selbst und das ist ja auch gut so.

    Natürlich müssen Autoren gut bezahlt werden, aber man darf auch den Leser bei den Preisen nicht aus den Augen verlieren.

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  8. Zugegeben, es ist gar nicht allzu lange her, als ich erstmal herausgefunden habe, was überhaupt "broschiert" bedeutet. Ich habe in dieser Kategorie auch nur ein einziges Buch hier stehen und das ist der neue Nele Neuhaus Krimi. Ich verstehe das auch absolut nicht, denn den Qualitätsunterschied zum normalen TB fand ich jetzt nicht sonderlich. Ich finde broschierte Ausgaben genauso überflüssig, wie diese englischen Riesentaschenbücher, die es manchmal gibt.

    Über die Preise der deutschen Bücher könnte ich mich sowieso am laufenden Band aufregen, da haben Englischleser wirklich um ein vielfaches weniger tief in die Tasche zu greifen.

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  9. Ich bin auch der Meinung, dass der Preis nicht gerechtfertig ist! Eine solche Ausgabe bietet mir nicht mehr, als es eine Taschenbuchausgabe auch tut.
    Ich war auch etwas erstaunt, als ich gesehen hab, dass das neue SEP Buch nun so angeboten wird, statt als "normales" Taschenbuch, wie auch ihre anderen Bücher.
    Mir sind die broschierten Bücher etwas zu unhandlich und auch im Regal nehmen sie, wenn man ansonsten nur "normale" Taschenbücher hat, zu viel Platz weg.

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  10. Ich hatte schon eine Weile mit dem Gedanken gespielt, mal etwas zum Thema Formate und Buchpreise zu schreiben, vielleicht sollte ich das doch noch machen, das Thema scheint ja zu beschäftigen.

    Hier mal meine Sicht der Dinge:

    Der Materialwert und die Herstellungskosten eines Buches liegen bei vielleicht 10% des Buchpreises. Die Klappen wegzulassen, würde dir also allenfalls ein paar Cent Ersparnis bringen.

    Es gibt Fälle, da ist es schlicht nicht möglich mit einem Taschenbuch für 10€ die Kosten zu decken und rentabel zu arbeiten. Wenn es ein Genre ist, in dem Hardcover von den Käufern nicht akzeptiert werden, greift man vermehrt zu diesem Zwischenformat. So kann man das Buch mit einem vernünftigen Preis versehen, wertet es aber in der Ausstattung auf und erhöht die Akzeptanz etwas. (Es gibt noch einen anderen Hauptgrund für dieses Format, aber das lasse ich jetzt mal weg).

    Ich muss ehrlich sagen, mir geht persönlich immer ein wenig der Blutdruck hoch, wenn ich Sachen wie "Wucher" und "Abzocke" lese. Denn, die meisten, die das behaupten, haben sich nie damit beschäftigt, wie so ein Buchpreis zustande kommt und wer aller davon leben muss.
    So gut wie niemand, der an einem Buch mitarbeitet (und das sind viele Menschen), verdient gut. Als Sortiments-Buchhändler kannst du kaum eine Familie ernähren, Verlagsleute verdienen etwas besser. Übersetzer klagen schon seit Jahren für bessere Honorare. Das sind alles Jobs, die man eher aus Idealismus macht, denn in anderen Branchen würde man so viel besser verdienen.

    Vielleicht hilft es, daran zu denken, dass diese Menschen von dem Geld, das man für so eine etwas teurere Ausgabe bezahlt, für ihre Arbeit vielleicht etwas angemessener entlohnt werden.

    Die deutschen Bücher mit den amerikanischen Paperbacks zu vergleichen finde ich übrigens reichlich unfair. Die haben ungleich höhere Auflagen und zusätzliche Einnahmen durch Lizenzvergaben, mit denen sie ihre Kosten viel besser decken können. Von der Qualität fange ich gar nicht an.

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  11. Nija: Vielen Dank für die interessanten Infos.

    Wenn wirklich alle mehr von dem höheren Preis haben, ist es ja ok. Weißt du, ob die fünf Euro mehr an alle gleich verteilt werden (Verleger, Übersetzer, etc.)? Oder bleibt das eher bei einem in der Kette hängen?


    Die SEP Bücher waren vorher ja alle im Taschenbuch - Format, da finde ich es schon komich, dass das auf einmal verändert wird. Und es ist auch klar, dass nicht jeder fünf Euro mehr bezahlen will. Ich persönlich gebe viel und gerne Geld für Bücher aus, bei den deutschen Preisen muss ich aber trotzdem manchmal schlucken.


    Ich fände es übrigens super, wenn du zu dem Thema (und ähnlichem) mal einen Post auf deinem Blog schreiben würdest. Insiderwissen zu dem Thema würde mich brennend interessieren.

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  12. Von der Preisgestaltung mal abgesehen, mag ich broschierte Bücher wegen ihrem Format nicht - sie sind meist größer als TBs und kleiner als HCs und grade wenn die Gestaltung mitten in einer Reihe gewechselt wird stört mich das ungeheim, weil dadurch das Gesamtbild zerstört wird... aber ich gebe es zu, ich bin auch ein visueller Typ und will in meinen Regalen eine gewisse Ordnung haben *g*

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  13. @ Melanie S. : Das mit den Regalen und der Ordnung kenne ich sehr gut :)

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  14. Ich habe bis zu deinem Post nicht mal gewusst dass es da einen Unterschied gibt. Aber allgemein regen mich Buchpreise wirklich auf. Es kann zum Beispiel nicht sein, das man immer Jahre auf die Taschenbuchausgabe warten muss nur weil man kein Geld für das Hardcover hat um es im Regal stehen zu haben. Zudem hab ich meist das Gefühl, das besonders bei Reihen, das nur Geldmacherei ist. Man bezahlt für Rubinrot aufgerundet 17 €uro und hat das an einem Nachmittag - nicht mal einen ganzen Tag, sondern nur einen halben - durch. Das Hardcover lässt es breiter erscheinen als es ist.

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  15. @Buchpreise:

    Ich persönlich finde die deutschen Preise für HC und TB in der Regel in Ordnung. Lieber 10€ für ein Buch als für einen 2h Kinobesuch. ^^

    Meiner Meinung nach sind nur die broschierten Romane total überteuert, dafür das es für mich keinen Mehrwert hat. Es ist auch nicht sonderlich stabil, außerdem oft zu schwer und zu groß. Da geb ich lieber etwas mehr für ein HC aus...

    Die englischen Preise sind natürlich meist günstiger (in € umgerechnet!), aber dafür hat man dann auch eine schlechtere Qualität und die Übersetzung fällt weg. Allerdings gibt es inzwischen auch in Amerika sehr viele teuere TBs, besonders bei den Roman, die zuerst als E-Book only erscheinen.

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  16. Das hab ich mir vor allem bei City of Bones gedacht... Ich hab die Reihe vor ca. einem Jahr in unserer Bücherei ausgeliehen. Vor ein paar Wochen hab ich dann entdeckt, dass sie sogar (scheinbar) als normale TBs erscheinen. Juhu!
    ...
    Bis ich den Preis sah.
    Gerade mal 4 Euro günstiger als die HC-Ausgabe! Da zahl ich lieber ein bisschen mehr, habe eine gebundene Ausgabe, die ich sicher mehr als zwei-, dreimal lesen kann OHNE ständig aufpassen zu müssen Lesespuren rein zu machen.

    Genau da seh ich auch das Problem dieser "nichts-halbes-und-nichts-ganzes"-Ausgaben: Nach wie vor "nur" mit einem etwas stärkeren Karton gebunden. Im schlimmsten Fall gibt's eher Risse im Rücken, was ich absolut schrecklich finde.
    Klappen? Schön, aber die hab ich beim Schutzumschlag auch und zu aller Not kann man ein TB sicher auch mit 2 Seiten mehr planen (oder 4, je nach Bindung).

    Preise kann ich unter Umständen nachvollziehen. Ich nehme mal an, dass nicht jede Maschine diese Klappen machen kann (bzw. All-in-One). Dann sind die ggf. noch innen bedruckt oder haben eine Veredelung. Was auch wieder kostet.

    Vor allem ärgert mich, dass viele Jugendbücher erst mal nur teuer zu haben sind. Ich mein, ich liebe HC-Bücher! Wirklich. Ich find's auch toll, dass es die noch gibt, aber gerade, wenn es längere Serien sind, dann geht das ganz schön ins Geld. Und gerade junge Leute haben doch recht wenig (Taschen)Geld zur Verfügung! :-/

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  17. Ui, interessentes Thema!

    @Buchpreise
    Ich bin ein Fan der Buchpreisbindung (BPB) - die hierzulande für die recht teuren Buchpreise verantwortlich ist. Ohne BPB gäbe es überhaupt keine kleinen Buchhandlungen und kleine Verlage mehr. Die Discounter und Co. würden ebenfalls anfangen Bücher zu verticken, die wenigen großen Verlage und Buchhandlungen würden den Preisdruck mitmachen und die Qualität würde total leiden. Was genau passiert, kann man sich in den Länder angucken, in denen die BPB vor einiger Zeit weggefallen ist (Schweiz und UK).

    Trotzdem finde ich broschierte TB auch relativ überflüssig. Dass mit der Ordnung im Regal habe ich aber schon vor längerer Zeit aufgegeben - nämlich seitdem ich ganze Serien halb auf Deutsch und halb auf Englisch da stehen habe und ich aufgehört habe, mir alles in der anderen Sprache nachzukaufen (das führt nämlich wirklich zu weit:-). Jetzt kaufe ich mal so, mal so und wirkliche Schätze besorge ich mir dann als HC.

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  18. Der Vergleich eines Broschurs mit einem Taschenbuch hinkt leider etwas. Ein Broschur ist gebunden/geheftet mit einem flexiblen Einband. Ein Taschenbuch ist nur geklebt und von der Verarbeitung minderwertiger. Wer das Format eines Broschurs nicht mag, dürfte dann ja auch nicht mit einem Hardcover zufrieden sein, welches oft die gleiche Größe hat.

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  19. @ anonym: Ich persönlich finde Taschenbücher von der Verarbeitung her nicht minderwertiger als broschierte und vielen anderen Lesern scheint das genauso wie mir zu gehen.
    Ich habe mir die gelesenen Bücher meiner Mutter mal genau angeguckt und konnte da keine wesentlichen Unterschiede in der Qualität feststellen.

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