Dienstag, 5. Juli 2011

E-mail für euch #2: Die Trilogien - Pandemie

Email für Euch ist eine Serie von Beiträgen geschrieben von meiner Schwester Patrizia und handelt von ihren Gedanken & Meinungen zu Buchthemen, die sie beschäftigen. 


E-Mail für euch! # 2

Es geht im Moment eine Krankheit um, die sich schon fast zu einer Pandemie ausgeweitet hat. Diese Krankheit heißt „Trilogie“. Frei nach dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ ist es im Moment ein oft gesehenes Phänomen, das Bücher nicht mehr einfach nur Bücher sein können, vielleicht auch dürfen, sondern immer öfter zu Trilogien ausgeweitet werden. Aber ist das wirklich das Beste, was einem Buch passieren kann?

Ein relativ aktuelles Beispiel hat für mich die Panem-Trilogie dargestellt. Meine Schwester hatte mir den ersten Teil der Trilogie auf Englisch zugeschickt. Das war im Januar dieses Jahres. Um mich vom Lernen für meine Klausuren abzuhalten, habe ich dann also einen regelrechten Leseanfall bekommen und alles gelesen, was mir unter die Finger gekommen ist. Es gibt da einen wundervollen Spruch: Ich habe so lange ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe! Eines dieser Bücher war dann eben auch der erste Teil der Panem-Reihe. Kurz gesagt: Ich habe das Buch verschlungen und mir sofort den zweiten Teil bestellt. Kaum war der zweite Teil da, wurde er angefangen, ganz egal, was eben noch auf der Tagesordnung stand. Während des Lesens habe ich dann schon so einen leichten Dämpfer verspürt. Was der erste Teil für mich so grandios dargestellt hat, war im zweiten Teil zwar noch vorhanden, aber eben nicht mehr so fesselnd. Ich musste dann nur noch einige Tage warten bis der dritte Teil auf Englisch herauskam und las auch diesen sofort – schließlich will man ja auch endlich wissen, wie es ausgehen wird. Und der dritte Teil enttäuschte mich. Der Umgang mit den Charakteren war für mich einfach nicht, wie ich ihn mir wünschen würde. Ich möchte jetzt hier ungern Details verraten, falls jemand noch die Serie lesen will.

Es war einfach so schade, dass die Faszination des ersten Bandes, meiner Meinung nach, in den darauffolgenden zwei Bänden nicht mehr gehalten werden konnte. Damit ist mir dann aber schließlich die ganze Trilogie in mäßig guter Erinnerung, obwohl ich den ersten Teil so gemocht habe. Ich finde einfach, dass man bei jeder Geschichte bedenken sollte, dass sie vielleicht einfach keinen Stoff für drei Bände bietet. Wenn der Autor das hinbekommt: Grandios. Doch wenn nicht, bleibt ein herber Beigeschmack. Die Geschichten werden teils widersprüchlich oder fast schon lächerlich verzweigt, weil man aus der bestehenden Thematik unbedingt noch neue Dinge gewinnen muss.

Was ich also sagen will: Es ist toll, wenn eine Welt erschaffen wird, die wir in drei oder auch gerne mehr Teilen genießen dürfen, doch es sollte für eine Geschichte weiterhin möglich sein ihren vollen Wert zu entfalten, auch wenn sie nur aus einem Teil besteht, oder eben gerade deswegen. Also mehr Mut dazu eine bezaubernde Geschichte, eine bezaubernde Geschichte sein zu lassen, als aus ihr eine halbschöne Leseerfahrung zu machen! Abgesehen davon, muss man dann auch nicht Monate auf einen zweiten oder dritten Teil warten und hat bis dahin schon wieder alles vergessen.

Wie seht ihr das? Und falls ihr die Panem-Reihe gelesen habt: Habt ihr es ähnlich empfunden wie ich, oder könnt ihr meine Meinung vielleicht gar nicht nachvollziehen?
Ich bin gespannt auf eure Antworten.
Liebe Grüße aus Passau

Patrizia 

Kommentare:

  1. Mich nervt es auch ein wenig, dass so viele Bücher als Triologien rauskommen. Ich hab einfach sooo viele Buchreihen angefangen und komme kaum hinterher, alle fertig zu lesen :(

    Und mit Panem ging es mir genauso, der dritte Band konnte mich nicht so recht begeistern. Eigentlich fand ich es gut, dass Panem als Triologie angelegt wurde, die Geschichte hatte dazu wirklich Potential! Nur die Umsetzung am Ende konnte mich dann nicht überzeugen.

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  2. Also prinzipiell mag ich Trilogien ganz gerne (angenehme alternative zu total langen Buchreihen), aber manchmal klappt das halt und manchmal nicht. Bei den Hunger Games/Panem habe ich den ersten Band innerhalb einer Nacht gelesen, den zweiten innerhalb weniger Tage und mit dem dritten bin ich bis jetzt noch nicht fertig, weil er mich nicht wirklich gefesselt hat und ich ihn relativ bald mal weggelegt habe...ich will die Buchreihe natürlich zuende lesen, aber bis jetzt konnte ich mich noch nicht dazu durchringen mir Zeit für den abschließenden dritten Band zu nehmen.
    Eine Triologie auf deren Abschluß ich mittlerweile gespannt warte ist die Disillusionist Triologie von Carolyn Crane, hoffe Band drei reicht an die ersten zwei heran und bietet ein gelungenes Ende, wenn er erscheint.

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  3. So, jetzt muss ich doch auch mal meinen Senf dazugeben :)

    Ich sehe es eigentlich genau wie meine Schwester. Ich mag Trilogien und Serien sehr gerne, aber eben auch Bücher, die für sich alleine stehen. Ich habe mir vor kurzem mal alle Bücher, die ich bisher in 2011 gelesen habe, angeschaut und die meisten sind Teil einer Serie. Das finde ich eigentlich schade. Mittlerweile stöhne ich schon wenn ich hinter einem neuentdeckten Buch #xy in Serie XY stehen sehe.

    Eine Serie, die meine Mutter, Patrizia und ich lieben, ist die In Death Serie von Nora Roberts. Da sind wir auch nach 30+ Büchern noch gerne dabei.

    Ansonsten verliere ich mittlerweile aber gelegentlich den Überblick über die ganzen Serien, mit denen ich angefangen habe. In so einem Fall wird lesen unnötig anstrengend und kompliziert.

    Zu Panem kann ich nichts sagen, denn da Pati und meine Mutter die gleichen Kritikpunkte an den Büchern 2 und 3 bemängelt haben (und das unabhängig voneinander), traue ich ihrem Urteil und passe bei der Serie. Es gibt ja auch noch genug andere Serien und allein stehende Bücher zu entdecken.

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  4. Ich habe in den letzten Monaten auch feststellen müssen, dass ich hauptsächlich Serien in meinem Regal stehen habe und inzwischen nervt es mich. Denn, wie Sabrina schon schrieb, es ist schwer den Überblick zu behalten. Und irgendwie hab ich das Gefühl, es gibt im Bereich Fantasie nur noch Serien -.-

    Wobei ich aber eben so feststelle, mehr als Panem fällt mir als Beispiel für ne Trilogie nicht ein ... mmhhh doch da ist noch die Edelsteintrilogie aber das wars dann auch schon. Beide nicht gelesen, da sie nicht im mein Beuteschema passen ;-)

    Ne Trilogie hat zumindest einen Vorteil, man weiß nach Band drei ist schluss ;-)

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  5. @ Korinne: Mit längeren Serien (ich zähle Trilogien auch zu den Serien) ist es natürlich noch schwieriger als mit Trilogien. Du hast natürlich recht, bei drei Büchern hat man wenigstens ein Ende vor Augen :)

    Im Bereich Fantasy scheinen Serien wirklich ein Muss zu sein, eigentlich komisch.
    Ich lese gerade viel englische young adult Bücher und in diesem Genre kann man Trilogien gar nicht umgehen. Daher freue ich mich immer sehr über einen schönen alleinstehenden Titel.

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  6. Ich hab auch erst vor kurzem Panem gelesen, den dritten Teil noch gar nicht und mir gehts da genauso: ich fand den zweiten Teil nur mittelmäßig und hatte das was ganz anderes erwartet.

    Nach dem Lesen von Hush Hush hab ich mich auch gefragt: Was soll da noch kommen, die Geschichte ist doch fertig?

    Ich finde an sich Trilogien toll, aber oft genug werden dadurch leider Geschichten kaputt gemacht, in dem sie ewig in die Länge gezogen werden.

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  7. Hallöchen,

    passt jetzt zwar nicht zum Thema, aber ich weiß nicht wo ich es sonst hinschreiben soll^^
    Also eure umfrage find ich super hat mir spaß gemacht sie zu beantworten ich werd sie auch auf meinen Blog verlinken ;)
    Und mir gefällt auch ganz sehr dein schöner Blog *.* super layout und beiträge

    freu mich schon mehr von euch zu lesen

    LG Nicole
    www.meinebuecherwolke.blogspot.com

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  8. Es geht hier wohl am ehesten um Gewinnmaximierung, deshalb laufen die meisten Jugendbücher in Serie und wenn die zu Ende ist, wird am besten noch ein Handbuch zur Serie veröffentlicht. Bis es dann irgendwann einfach nur noch peinlich ist.

    Bei den Tributen von Panem liegt es m.M.n. nicht an der künstlichen Verlängerung der Geschichte sondern viel mehr daran, dass Collins mit einem solchen Knall angefangen hat, dass wir Leser beim zweiten Buch gar nicht mehr aufnahmefähig waren, nach einer Spannung wie im ersten Teil lechzten und alles darunter ist zwangläufig eine Enttäuschung.
    Trotzdem finde ich sie schreibt (auch in Teil 2 und 3) eine Liga über anderen YA Autoren.
    LG, Katarina :)

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  9. @Crini: Das sehe ich genauso. Trilogien sind toll, aber nicht wenn sie zu unlogisch oder künstlich in die Länge gezogen werden.


    @buecherphilosophin: Ich kann nur für meine Mutter und Schwester sprechen, die beiden fanden zu viele Entwicklungen in #2 und #3 der Panem - Reihe zu unlogisch und nicht zur Geschichte passend. Bei ihnen hatte das weniger mit der Spannung zu tun, für sie bot die Geschichte einfach nicht genug für 3 gute Teile.


    @Sunshine444: Vielen, lieben Dank für's Teilnehmen! Und danke für das Kompliment. Werde mich gleich mal auf deinem Blog umsehen.

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  10. Wirklich schlimm finde ich es, wenn man mit einem Buch richtig zufrieden war und es eigentlich als abgeschlossen empfindet. Und auf einmal erfährt man, dass es weitergeht... soll man den guten Eindruck einfach so belassen und das Risiko, dass der 2. Band schlechter sein könnte, nicht eingehen? Oder es doch wagen? So etwas finde ich immer lästig... und Wartezeiten auch!

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  11. Sehe ich genauso wie du. Die Trilogie die mit jedem Buch ein wenig schlechter wird, ist der Beweis, dass sich der Autor prinzipiell gezwungen fühlte durch Verantwortungsgefühl, weil er dem Verlag 3 Bücher versprach. Jedenfalls, nach meinen Erfahrungen, habe ich es bis jetzt immer erlebt, dass viele Verlage unbedingt einen 3-Bänder Vertrag mit Autoren eingehen möchten. Meistens kurz nachdem sie ein fertiges Manuskript des Autors erhalten und bewertet haben. Dann denken sie, man könnte aus dem bisschen Stoff der noch übrig geblieben ist, ind die Länge klopften wie rohes Fleisch, damit das Geld noch besser hinein fällt, als bei einem Einzelbuch. Denn Fakt ist, Trilogien sind unglaublich beliebt, auch wenn wir es verleugnen wollen. Sie sind wie Blockbuster: Wir finden sie lächerlich, aber sind im Unterbewusstsein gezwungen danach zu schreien wie kleine Mädchen.

    Entschuldige meine theatralischen Worte, aber so ist es eben wie ich es sehe.

    LG
    Andra

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  12. @Diane: Das ist was meine Schwester vor kurzem zu mir gesagt hat. Sie tendiert dann dazu Buch #2 in der Serie nicht mehr zu kaufen, da die Geschichte für sie mit dem ersten schon perfekt beendet wurde.

    @Andra: Ich finde gar nicht, dass deine Worte theatralisch sind. Im Gegenteil, sie beschreiben die Beziehung der Trilogien und ihrer Leser sehr gut.

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  13. So dann will ich doch auch noch was schreiben :) Schöne Email :) Und wie viele andere auch, stöhne ich einfach nur, wenn ich höre: wird ne Trilogie... :( Ganz unerhört fand ich ja die Edelsteintrilogie. Ich meine sie war gut, aber sind wir doch ehrlich aus den drei dicken Wälzern, hätte man locker nur ein Buch machen können. Denn viel ist in den Bänden nicht passiert...viel mehr wurde dickes Papier und überdimensional große Schrift verwendet um alles zu strecken. Damit man eben drei dicke Klopper verkaufen kann statt einen. In dem Buch die Auswahl (überraschung, auch hier kommt es zur Trilogie) haben sie auch gleich auf jeder Seite zwei Zeilen weg gelassen, damit das Buch umfangreicher wird.
    Das ist eigentlich der Punkt der mich noch viel mehr stört..! Das man alles auf drei Bücher streckt, die auch in eines passen würden. Stellt euch mal vor ein Ken Follet Roman wie "Die Tore der Welt" würde auf mehrere Bücher gestreckt..dann käme wohl eine Reihe mit 10 Bänden raus!!

    LG
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