Mittwoch, 5. Oktober 2011

E-Mail für Euch #13

E-mail für Euch ist eine Serie von Beiträgen geschrieben von meiner Schwester Patrizia und handelt von ihren Gedanken & Meinungen zu Buchthemen, die sie beschäftigen.


E-Mail für euch: Protagonistinnen

Aufgrund einer kürzlich gelesenen Serie ist mir eines aufgefallen. Es mag in Büchern zwar oft einen männlichen Protagonisten geben, der wahrscheinlich genauso wichtig ist, wie die Protagonistin, doch wie oft lesen wir aus seiner Sicht?

Erzählperspektiven in Büchern sind, jedenfalls bei den meisten Büchern, die mir in die Hände geraten, aus der weiblichen Sicht. Auch wenn es ab und an bestimmt mal interessant sein würde, die gleiche Geschichte aus der Perspektive des männlichen Protagonisten zu hören. Ein Beispiel dazu wollte Stephanie Meyer ursprünglich schreiben, als sie begann die Geschichte von Bella und Edward aus Edwards Sicht zu schreiben. Leider wurde daraus nichts, doch ich bin mir sicher, dass ich es gelesen hätte, denn auch wenn man den Protagonisten, in diesem Fall eben Edward, durch die Sicht anderer Erzählperspektiven kennt, hat man doch wirklich selten die Möglichkeit mal ganz in die Haut des Protagonisten zu schlüpfen.

Vielleicht liegt es einfach daran, dass die Bücher häufig von Autorinnen sind und man sich in der weiblichen Person einfach wohler fühlt, weil man besser nachvollziehen kann, was sie eben denkt. Aber liegen uns „männliche“ Gedanken wirklich so fern oder mögen wir es vielleicht einfach lieber aus der weiblichen Sicht zu lesen, weil man vielleicht mal in den Genuss ähnlicher Gefühle kam?

Wie auch immer, es würde es mich freuen, wenn die Autoren mehr Abwechslung einbauen würden. Schließlich könnten verschiedene Szenen auch aus verschiedenen Personenperspektiven geschrieben werden.

In der Reihe, die ich gelesen habe, wurden die ersten drei Teil nur aus Sicht der Protagonistin geschrieben, während das letzte Buch auf einmal ganz aus Sicht des Protagonisten geschrieben wurde. Ich muss gestehen, drei Bücher lang an die Protagonistin gewöhnt zu sein, um dann im letzten Teil keinen einzigen Gedanken, und auch sonst wenig von ihr zu erfahren, hat mich doch sehr irritiert.


Was sagt ihr dazu? Vielleicht seid ihr ja auch vollkommen zufrieden mit den Erzählperspektiven? Oder würdet ihr euch genau wie ich über ein bisschen Abwechslung freuen?

Liebe Grüße
Patrizia

Kommentare:

  1. Welche Buchreihe war das denn in diesem Fall?
    Bei mir ist es so, dass ich in den letzten Jahren und voralem in der Schulzeit so viele Bücher aus männlicher Sicht gelesen habe, dass ich derzeit Bücher aus der Sicht weiblicher Protagonisten sehr erfrischend finde.
    In letzter Zeit habe ich auch einige Bücher gelesen, die auch aus zwei oder mehreren Sichtweisen erzählt werden, was manchmal sehr nett ist, aber nicht immer so einwandfrei klappt, zumindest für mich denn im Prinzip genügt mir meist eine Sichtweise.

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  2. Wenn ich Bücher für meinen Bruder aussuche, versuche ich immer welche zu finden, die aus der Sicht eines Protagonisten geschrieben sind. Leider gelingt mir das nur sehr selten, dabei mag ich das eigentlich auch ganz gerne lesen. Aber tatsächlich sind es doch meistens weibliche Erzählperspektiven... ich finds echt schade.

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  3. @ evenening-green: Patrizia hat gerade die Iron Fey Serie von Julie Kagawa gelesen.

    @ Antje: Wahrscheinlich muss man dann eher bei männlichen Autoren gucken. Ich finde es übrigens richtig toll, dass du für deinen Bruder Bücher aussuchst.


    Ich persönlich lese gerne Bücher die eine Geschichte aus weiblicher Sicht erzählen, ich mag aber auch Bücher, in dem die Erzählweise wechselt, wie zum Beispiel "Across the universe" von Beth Revis. Von Zeit zu Zeit mag ich auch Bücher mit männlicher Erzählperspektive, ich finde es spannend die Unterschiede zwischen den Perspektiven zu entdecken.

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  4. Also ich muss sagen, am besten gefallen mir mit Abstand Bücher mit wechselnder Perspektive. Vor allem im Romantik Genre finde ich das sehr wichtig, da man hier die Gefühle, Zweifel und Gedanken beider Personen aus erster Hand erfahren kann. Tolle Bücher die nur aus einer einzigen Perspektive geschrieben sind (meistens aus der der Frau), sind in den meisten Fällen trotzdem genial, aber die absolute Sicherheit in die Beziehung des Paares, bringt meiner Meinung nach das Buch aus wechselnden Perspektiven am besten.
    Ich habe noch nicht sehr viele Bücher nur aus der Perspektive des Mannes gelesen, aber auf die Schnelle würden mir doch zwei einfallen, die wirklich gut gelungen sind und ein wenig Abwechslung in die typische "Frauenliteratur" bringen. Einmal der veröffentlichte Beginn zu "Midnight Sun" den auch du als Beispiel genannt hast. Leider ist das Buch nicht fertiggestellt worden, denn obwohl ich die Geschichte eigentlich kannte, bekam sie durch die umgekehrte Perspektive gleich eine ganz andere und interessante Note.
    Das zweite tolle Buch ist "Where She Went" von Gayle Forman, die Fortsetzung zu "If I Stay". Das erste Buch wurde aus Sicht der Protagonistin geschrieben, beendet wurde die Reihe durch ein Buch aus der Sicht des Protagonisten. Das ist meiner Meinung nach eine tolle Idee die ruhig öfter verwirklicht werden könnte.
    Aber grundsätzlich kann ich sagen, wenn das Buch gut ist, dann bin ich mit jeder Perspektive zufrieden :]

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  5. Wenn ich so überlege, dann bin ich es eigentlich schon gewöhnt, dass die Bücher immer aus der Sicht einer Protagonistin erzählen. Als ich "Sixteen Moons" zu lesen anfing, war ich ganz verwundert, dass auch mal aus Sicht eines Jungen geschrieben wurde, fand es aber gar nicht so schlecht.

    Also von mir aus, könnten ruhig mehr Autoren aus Männersicht schreiben ;)

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  6. Hallo ihr alle - ich bins Patrizia

    @evening-green: meine Schwester hat es ja schon gesagt. Die Serie heist Ironfey-Serie von Julia Kagawa und ich mochte die Serie auch eigentlich wirklich gerne. Aber dadurch, das im letzten Teil überhaupt nichts von der Zeit erzählt wurde, was die Protagonistin macht, und nur das, was der Protagonist erlebt, war ich ein bisschen enttäuscht, da man zu ihr bestimmt auch noch das Ein oder Andere schreiben hätte können.

    @Antje: Bücher für deinen Bruder raussuchen, stelle ich mir nicht immer leicht vor. Ich sehe ja schon, wie schwierig das manchmal bei Sabrina und mir sein kann.

    @Schenni: Across the Universe war auch ein schönes Beispiel für wechselnde Erzählperspektiven und ich hoffe wirklich inständig, dass es in den kommenden Büchern der Reihe so bleiben wird.

    buecherparadies: Tja, so wie dir ging es mir eben auch mit besagter Reihe. Vorher habe ich mir das eher weniger Gedanken drüber gemacht. Aber wenn man dann mal das Gegenbeispiel in Händen hält, fällt es einem auf einmal auf, wie wenige Protagonisten uns ihr Innerstes offenbaren.

    lg
    Patrizia

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  7. Schon wieder so ein schönes Thema:).

    Ich mag auch sehr gerne Bücher aus der männlichen Perspektive. In den Kinder- und Jugendfantasy-Serien gibts da schon einiges:
    Greogor I-V - S. Collins/Jugend
    Daren Shan I-XII(inzwischen besser bekannt unter Mitternachtszirkus) - D. Shan/Jugend
    Charlie Bone I-? - J. Nimmo/Kinder
    Artemis Fowl I-VII - E. Colfer/Jugend
    und das bekannteste Beispiel dürfte wohl die sieben Harry Potter-Bücher sein.

    Gerne lese ich auch aus mehreren Perspektiven wie bei den Eis-und-Feuer-Büchern.
    YA-Lovestorys aus Sicht beider Protagonisten, wie die Elkeles-Reihen sind auch eine feine Sache.

    Und ja, die Aufteilung Mia - If I Stay/Wenn ich bleibe und Adam - Where she went/Lovesong ist was Besonderes gewesen. Diesen Kniff könnten sich ruhig ein paar Autoren abgucken; Jedenfalls solange sie eine schöne eigene Geschichte schreiben...

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  8. Ich mag Bücher aus der männlichen Perspektive
    mehr.

    Keine Ahnung wieso, vielleicht weil es einfach Abwechslungsreicher ist oder weil die meisten Autoren die weibliche Hauptfigur so klischeehaft beschreiben.

    Wechselnde Perspektiven mag ich eigentlich nur bei romantischen Büchern, da es bei anderen wie zum Beispiel Fantasy oder Thriller meiner Meinung nach ein bisschen die Spannung nimmt, wenn man kleine Details erfährt, die diese eben ausgemacht haben :)

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