Dienstag, 17. Juli 2012

E-Mail für Euch #16: Happy End

E-mail für Euch ist eine Serie von Beiträgen geschrieben von meiner Schwester Patrizia und handelt von ihren Gedanken & Meinungen zu Buchthemen, die sie beschäftigen.

Wie ihr gleich lesen könnt, hat meine Schwester mal wieder eine E-Mail an uns geschrieben. Heute wird Patrizia wundervoll philosophisch rund um das Thema Happy End.


Der Happy-End-Effekt

Wir alle kennen es: Das Happy End. Und wenn wir ehrlich sind, wünschen wir uns doch alle auch für unser eigenes Leben ein Happy End. Es hat einfach etwas zutiefst Positives. Nicht umsonst heißt das beste Äquivalent in der deutschen Sprache zum englischen Happy End „Ende gut, alles gut“.

Doch wie kommt es, dass wir von diesen Happy Ends lesen, aber es im eigenen Leben so gar nicht passieren will. Wir lesen von Menschen und erfahren Dinge über sie. Wir begleiten sie einen Weg in ihrem eigenen - wenn auch oft fiktivem - Leben. Am Ende schließlich - zumindest bei einigen Büchern - steht das Happy End. Genau das Happy End, in dessen Erwartung wir den Buchdeckel aufklappen und beim ersten Treffen mit den Charakteren bereits lächeln müssen. Lächeln, weil wir gespannt sind, wie diese Charaktere schließlich noch zusammenfinden werden und wie sie zu ihrem ganz persönlichen Happy End kommen. Dabei wird es uns nie langweilig solche Geschichten zu lesen. Obwohl wir wissen, dass am Ende alles gut wird, hören wir nicht auf Happy-End-Geschichten zu lesen. Es muss also eine Faszination neben dem Happy End geben.

Ist diese Faszination nicht oft der Weg, wie die Charakter schließlich an den letzten Punkt kommen, an dem wir mit einem noch größeren Lächeln das Buch zumachen und ihm vielleicht nochmal liebevoll über den Buchrücken streicheln. Denn wenn wir ehrlich sind, kommt doch vor jedem Happy End eine Reihe von anderen Ereignissen. Peinlichkeiten, Fettnäpfchen, Diskussionen, traurige Momente, Verluste und was das Leben noch alles bereit hält. Und genau das müssen wir wohl auch für unser eigenes Leben sehen.
So gerne man auch ein Happy End haben will, davor müssen wir so einiges durchmachen. Das wird uns nicht immer gefallen - wem gefällt das schon. Doch lohnt es sich nachher umso mehr auf das Leben zurückzublicken und über die ein oder andere Sache lachen zu können. Wir müssen manchmal einfach „falsche“ Entscheidungen treffen, die am Ende vielleicht vollkommen „richtig“ werden, da wir sonst nicht zu unserem tollen Happy End gekommen wären. Und was noch viel wichtiger ist: Wir sollten jeden Tag unseres Lebens genau so beginnen, wie wir es mit einem Buch machen - nämlich mit Vorfreude. Wer weiß schon, was am Tag passieren wird. Vielleicht ist genau heute der Tag, der den Anfang des Happy Ends begründet.

Also umarmt den Tag und versucht das Beste daraus zu machen. Und noch viel wichtiger: Habt euer Leben und euch selbst gern, denn wie soll man zu einem Happy End kommen, wenn man selbst überhaupt nicht glücklich ist?

Liebe Grüße
Patrizia

Kommentare:

  1. Das hast du schön gesagt. Gerade ich als Happy Ever After Fanatikerin finde mich in dem Text wieder.

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  2. Ich finde auch, dass das ein gute Einstellung ist. Ich hab letztens ein Zitat gefunden das hier toll dazu passt:
    "Why had I ever cared about happy endings? Happy beginnings were so much better." ("7 Clues To Winning You" by Kristin Walker)
    Ich persönlich finde ja, dass beides ganz wichtig ist! :]

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    1. Das ist wirklich ein schönes Zitat. Das Buch steht übrigens auf meiner Wunschliste, denn das erste Buch der Autorin fand ich richtig gut.

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    2. Mir hat "A Match Made In Highschool" auch gefallen, obwohl ich erwartet hatte, dass die Autorin sich ein bisschen mehr auf die Liebesgeschichte konzentriert. "7 Clues To Winning You" ist deshalb gleich auf meine To-Read-Liste gewandert. Ich hab das Buch zwar schon daheim im Regal stehen, bin aber noch nicht dazu gekommen es zu lesen. Das Zitat kenn ich nur weil ich es mal wieder nicht lassen konnte und gleich das Ende gelesen hab. ^.^

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    3. Lol, das hätte ich mir denken können. Mir geht es ja immer genauso. :)

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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