Freitag, 8. August 2014

Kleine Lesepausen, hegt und pflegt sie

Noch vor einigen Monaten fühlte ich mich schlecht, wenn ich mal einen Tag nicht gelesen hatte. Ich fühlte den inneren Druck ständig ein Buch in der Hand zu halten, ein Tag ohne gelesene Seite war ein verlorener Tag. So richtig glücklich hat mich dieser ständige Lesezwang aber nicht gemacht, es ging irgendwann nur noch darum irgendetwas zu lesen und nicht mehr darum das gelesene Buch auch wirklich zu genießen. 

Irgendwann hatte ich genug davon, eine Stimme in mir sagte ganz laut nein und ich wusste, dass sich etwas ändern musste. Ich wollte weg vom Lesezwang und hin zum Lesegenuss. Alleine diese Erkenntnis hat viel bewegt, ich wurde entspannter und wie von allein pendelte sich mein neuer Leserhythmus ein. 
Unter der Woche lese ich nach wie vor wie verrückt, jede Sekunde in Bus und Bahn, immerhin etwas über zwei Stunden am Tag, sind ein Geschenk. Und auch abends vor dem Schlafen gehen packe ich mein Buch des Tages noch einmal für mindestens 30min aus und genieße ganz in Ruhe die Reise in fiktionale Welten. Am Wochenende setzt dann meist eine zweitägige Lesepause ein, ich lese weniger oder sogar gar nichts, dabei meldet sich kein schlechtes Gewissen in mir, im Gegenteil. Diese Pause gibt meinen Gedanken die nötige Zeit das über die Woche gelesene zu verarbeiten, es schürt meine Leselust aufs Neue. 

Immer lesen zu wollen war eine Zeit lang eine schöne Sache, nicht immer lesen zu müssen aber auch, daher verflucht kleine Lesepausen nicht, hegt und pflegt sie. 

Kommentare:

  1. Ich kenne diese innere Unruhe von der du sprichst. Ich bin derzeit in einem kleinen Lesetief und fühle mich deswegen schlecht, obwohl es gerade mal zwei Tage andauert.
    Man ist durch die Führung des Blogs und auch durch die Blogs um einen herum so umgeben von Büchern, dass man bereits ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man eine andere Aktivität einmal vorzieht. Ich muss von diesem Gefühl auch wegkommen, denn wie du schon sagst, fehlt da manchmal der Genuss und das Lesen wird fast zum Zwang.

    Ich bin aber froh, dass das mal jemand ohne Scham anspricht. Wir lieben Bücher - das sollte man ja langsam gemerkt haben - aber das bedeutet nicht gleich, dass man jede Sekunde die Nase zwischen den Seiten eines Romans zu stecken haben muss.

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    1. Genau, gerade als Buchblogger hat man schnell das Gefühl lesen zu müssen und sich davon zu lösen ist gar nicht so einfach, aber es geht. Lesen soll ja kein Wettbewerb sein, es sollte immer um Freude gehen.

      Deinen letzten Absatz kann ich genauso unterschreiben.

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  2. So ging es mir vor einigen Jahren auch, immer lesen, als sei das eine Verpflichtung, die man eingegangen ist. Und liest man mal nicht, dann gibts ein schlechtes Gewissen. Aber irgendwann bin ich dazu übergangen, mir auch andere Hobby als das Lesen zu suchen und es hat mir sehr gut getan. Immerhin: Hat man etwas gelesen, egal was, muss das auch erst einmal sacken. Wenn man sofort zum nächsten Buch übergeht und das Gelesene nicht mal ein wenig reflektiert ... da platzt einem nur irgendwann der Kopf. Oder man gerät in ein Lesetief und hat auf nichts mehr wirklich Lust, muss "ausspannen". Darum nicke ich nur zu Deinem Beitrag und lächle in mich hinein.

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    1. Genau, irgendwann wurde es für mich auch zu einer Verpflichtung und damit habe ich mir selbst die Freude am Lesen genommen. Dabei ist Lesen doch eines der schönsten Hobbies der Welt und ich bin froh, dass ich wieder ganz entspannt an die Sache herangehen kann.

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