Donnerstag, 12. März 2015

E-Books und das Lekrorat, manchmal vermisse ich es

Und noch ein Beitrag, zu dem mich das Lesen von E-Books animiert hat. Eine Autorin, deren Bücher ich in der Vergangenheit gerne gelesen habe (englisch Sprache, heiß, Rock Stars als Tips für Insider), hat zunächst parallel zu ihren bei einem Verlag veröffentlichten Büchern E-Books herausgebracht, mittlerweile macht sie dies ausschließlich. Und leider muss ich sagen, dass man meiner Meinung nach merkt, dass die Bücher mittlerweile anders geschrieben werden. Mehr Bücher in weniger Zeit, ein anderes (geringeres, kein?) Lektorat. Die Bücher wirken auf mich unfertig, enden oft mitten im Geschehen, Charaktere haben keinen Raum mehr zum Entfalten, die Geschichten stocken oder wirken überstürzt, dies alles macht mich etwas traurig. 

Auch bei einer anderen Schriftstellerin, die sowohl Bücher bei Verlagen veröffentlicht und parallel (sehr erfolgreich) E-Books selbst veröffentlicht, allerdings schon sehr professionell aufgezogen, sind mir diese Unterschiede zum Teil aufgefallen. Auch hier wirken die E-Books auf mich etwas gehetzt, weniger ausgreift, etwas unfertig. 

Damit will ich übrigens nicht sagen, dass alle bei Verlagen veröffentlichten Bücher perfekt lektoriert sind, oder dass alle selbst veröffentlichten Bücher schlecht lektoriert sind, doch ich finde schon, dass man vor allem bei selbst veröffentlichten E-Books schnell merkt, dass ein gutes Lektorat für ein Buch wichtig ist, ich würde als Autor, der ich glücklicherweise nicht bin, nicht darauf verzichten wollen.

Denn ein Lektorat ist ja viel mehr als nur das bloße Korrekturlesen, es geht auch um die inhaltliche Verbesserung von Texten. Und ein gutes Lektorat kostet natürlich Geld, Geld, das bei einem E-Book für 1-3 Euro wohl kaum zu bezahlen sein wird. Daher bin ich sehr froh, wenn Autoren auf ein gutes Lektorat wert legen und sich dies dann auch im Preis des Buches zeigt, denn natürlich will ich gute Bücher lesen, ich sehne mich nach Geschichten, an denen ausführlich gearbeitet werden konnte, die jemand an die Hand genommen hat um das bestmögliche aus ihnen herauszuholen. Und dafür bin ich auch bereit einen angemessenen Preis zu bezahlen. 

Kommentare:

  1. Du sprichst mir so sehr aus dem Herzen. Es geht eben genau nicht "nur" um die Rechtschreibefehler, sondern um inhaltliche Korrekturen und das Ausbügeln von "Holperstellen", die man erst zu schätzen weiss, wenn man sie nicht mehr vorfindet.

    Alles Liebe
    Livia

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    1. Genau so ist es, wahrscheinlich sind die inhaltlichen Holperstehlen im Endeffekt sogar viel schwerwiegender als Rechtschreibfehler, daher ist ein gutes Lektorat eigentlich Pflicht und auch im Sinne von uns Lesern.

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  2. Ein sehr schöner Beitrag!
    Mir fällt das auch oft auf. Im Moment z.B. ein E-book das massig Formatierungsfehler hat und sich noch dazu einfach nur zieeeht... Oder ein anderes wo die Autorin es geschafft hat komplett an ihrer Zielgruppe vorbei zu schreiben... Gerade letzters ist schade, denn die Geschichte war gut. Aber halt kein Buch für Erwachsene wie angekündigt... Einem Lektor wäre das aufgefallen...
    LG
    Lena

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    1. Bestimmt wäre das einem Lektor aufgefallen und hätte vielleicht sogar den Erfolg des Buches beeinflussen können, schade, dass das nicht passiert ist.

      LG

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  3. Hmm, ich habe zwar nur ein paar eBooks bisland gelesen, aber mir ist auch eine wechselhafte Qualität aufgefallen. Da gibt es Autoren, die sich echt Mühe geben, und trotz Selfpublishing ihre Bücher an einen Lektor schicken, und andere, bei denen man das Gefühl hat, dass das Buch noch gar nicht richtig fertig war, der Autor aber fand, dass jetzt mal wieder ein neues Buch kommen muss, das deswegen rausmuss, obwohl es noch an allen Ecken und Enden fehlt. Damit beschränkt sich die Erfahrung allerdings lediglich auf eine Handvoll eBooks die mir im letzten Jahr so unterkamen. Vielleicht sollte man diese Autoren mal drauf aufmerksam machen...

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    1. Die Frage ist eben, zu welchem Preis man das Buch am Ende auf den Markt bringen kann, erst vor kurzem habe ich eine Diskussion verfolgt, in der zahlreiche Leser ganz klar sagten, dass sie nie mehr als drei Euro für ein E-Book ausgeben würden, da wird es mit dem Geld für einen Lektor natürlich sehr knapp. Man (zumindest einige Leser) will E-Books immer zum Schnäppchenpreis und wundert sich dann, wenn die Qualität nicht stimmt. Aber gut, diese Art von Mentalität bezieht sich ja leider nicht nur auf Bücher und sollte mich eigentlich nicht mehr überraschen.

      LG

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  4. Das Problem kenne ich auch. Und ich würde ja auch gerne mehr Geld für ein E-Book ausgeben, z.B. gebe ich gerne 3,99/4,99 bei den impress Büchern von Carlsen aus, weil man wenigstens einigermaßen Qualität bekommt. Vielleicht nicht immer inhaltlich, aber es sind zumindest grobe Fehler ausgemerzt. Oder bei großen englischen Publishern habe ich kein Problem ein E-Book für 6€ zu kaufen zu einem ehemaligen Printbook z.B. Es werden sich höchstens Formatierungsfehler drin befinden.

    Aber wenn ich nicht genau weiß was ich bekomme, Leseproben helfen nicht immer, bin ich bei E-Books schon sehr vorsichtig was höhere Preise angeht. Manche sind teuer und trotzdem qualitativ unterste Schublade. :-/

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    1. Das stimmt natürlich auch, als Autor sollte man sich vielleicht überlegen, ob man in die Beschreibung einen Hinweis auf das Lektorat reinpackt, ob das allerdings praktikabel ist, weiß ich nicht.

      Insgesamt finde ich die wechselhaften Qualitäten bei E-Books sehr schade, denn dadurch wird einem das Lesen insgesamt manchmal madig gemacht.

      LG

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