Montag, 2. März 2015

Preis von E-Books: Unangenehm überrascht

Vor kurzem habe ich mich bei einem Gedanken ertappt, den ich so nie haben wollte. Ein Buch, das ich lesen möchte, erscheint nur im E-Book-Format, ich habe also keine Wahlmöglichkeit zwischen Papier und elektronischem Format, leider. Als E-Book ist das Buch aktuell für 5,18 Euro zu haben, dafür bekommt man den (scheinbar) finalen Teil einer Jugendbuchreihe und das auf 173 Seiten. Zugegeben, 173 Seiten sind für ein normales Buch nicht die Welt, damit hat man den Bereich der Kurzgeschichten aber trotzdem schon lange hinter sich gelassen. 

Beim ersten Blick auf Buch, Länge und Preis dachte ich doch tatsächlich "Huch, das ist aber ganz schön teuer", eine Sekunde nachdem mir dieser Gedanke in den Kopf gekommen war, schüttelte ich mich innerlich und fing an zu überlegen, ob ich bei einem Printbuch auch so gedacht hätte, wohl kaum. 
Klar, Printausgabe und E-Book 1 zu 1 zu vergleichen macht hier wenig Sinn, aber doch scheint es mittlerweile so zu sein, dass ich mich an die Schnäppchenpreise von E-Books (vor allem Englisch, selbst veröffentlicht) gewöhnt habe. Oft bekommt man normal lange Bücher für 0,99-2,99 Euro, wie viele Bücher ein Autor in diesem Preissegment verkaufen muss um davon leben zu können, mag ich mir gar nicht vorstellen (hat da jemand Zahlen dazu?). 
Drei Euro für ein Buch sind nicht viel, in meinen Augen praktisch nichts. Daher war für mich eigentlich immer klar, dass ich bei einem höheren Preis eines E-Books nicht schlucken würde, sondern im Gegenteil dem Autoren innerlich dazu gratulieren würde. Scheinbar haben mich die günstigen Preise beim Kauf englischsprachiger E-Books aber doch mehr beeinflusst als gewünscht, es war mal wieder wichtig, dass ich etwas länger darüber nachdenke, was mir ein Buch wert ist. Bücher, die weniger Kosten als ein Becher Kaffee, sind zum Teil die Norm geworden, vor allem bei selbst veröffentlichten englischen Büchern, doch die Kampfpreise sollen nicht die Norm in meinem Kopf werden, daran werde ich in Zukunft wohl immer mal wieder denken müssen. 

Das Buch, das der Anstoß für diese Überlegungen ist, habe ich übrigens noch nicht gekauft, erst will ich noch ein paar andere Bücher lesen, aber dann werde ich mich auf es stürzen.

Ergänzung: Bei dem Buch handelt es sich übrigens um "No more confessions" von Louise Rozett. 

Kommentare:

  1. Ich habe da so eine dumpfe Vermutung von welchem Buch du redest, da schleiche ich nämlich auch schon ne Weile drum rum ;) Allerdings warte ich noch ab, weil es angeblich noch eine Printausgabe geben wird. Das wäre mir lieber und das löst dann ja vielleicht auch dein Preisproblem ;)

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    1. Ups, ich habe ganz vergessen zu erwähnen um welches Buch es geht, das wird noch nachgeholt. Falls du spontan an Louise Rozett gedacht hast, lagst du goldrichtig. :)
      Es wäre wirklich super, wenn doch noch eine Printausgabe kommen würde, dann warte ich mit dem Kauf auch erst noch ein bisschen.

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    2. Haha, ich dachte du willst das mit Absicht unerwähnt lassen xD
      Ich glaube Shiku hatte auf Twitter mal nachgefragt und angeblich sollte noch ne Printausgabe folgen. Die Info ist hoffentlich noch aktuell.

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    3. Das hoffe ich auch, denn die beiden anderen Bücher habe ich schon als Printversion, da würde #3 als E-Book stören.

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    4. Es gibt jetzt ein Taschenbuch :D

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    5. Ich habe es gestern auf Facebook gesehen, was ein Glück. Trotzdem natürlich vielen Dank für den Hinweis. Leider ja nur durch Create Space gedruckt, hoffentlich ist die Coverqualität trotzdem gut (ich hatte bei vor kurzem mal eine unschöne Erfahrung).

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    6. Ja, Harlequin hatte ja anscheinend kein Vertrauen mehr in ihre Bücher :( Ich hoffe eher, dass der Text vernünftig gesetzt ist. Davor hab ich bei diesen selbstverlegten Sachen immer am meisten Schiss.

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    7. Mit dem Text hatte ich bei Create Space bisher einmal Probleme, ansonsten ging es bisher, hoffentlich haben wir Glück.

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  2. Hmm, das erinnert mich daran, das es inzwischen Selfpublishervereinigungen gibt, die wert darauf legen, faire und dem Buch angemessene Preise zu machen, damit die Bücher weder zu teuer noch zu billig verkauft werden. Ich habe aber immer noch keine Einschätzung dafür, wieviel angemessen ist, da ich bisher sehr wenige eBooks habe und die meisten davon als Gewinne...

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    1. Ich habe da auch kein richtiges Gefühl für, es würde sich eigentlich lohnen mal ein bisschen Recherche in diese Richtung zu betreiben.

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  3. Ist es nicht so, dass bei selbstveröffentlichten Büchern die Autoren 80% vom Preis bekommen und Amazon etwa 20% einbehält. Bin mir da nicht wirklich sicher, weil Amazon wohl auch immer gieriger wird. Ebooks von Autoren, die es "geschafft" haben sind meist teurer, weil sie ein Must-read geworden sind. Die, bei denen Vertrage auch das Ebook Format vertreten dürfen, sind auch nocch mal teurer, weil nicht nur der Autor abkassieren möchte.
    Die billigen Preise bei selbstveröffentlichenden Autoren sind Lockpreise. Wieso soll man sonst einen Autoren lesen, dessen einziger Lektor seine Freunde sind, die vielleicht nicht kritisch genug sind und die oft voller Rechtschreib- und Logikfehler sind?

    Aber ich war auch oft schon in der Situation, wie du, dass ich vor einem dieser Begleitbücher stand und mich gefragt hab, wieso ich für 200Seiten 5€ blechen soll? oft setze ich die Bücher dann auf meine Wunschliste, weil Amazon oft auch reduziert.

    Liebe Grüße.

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    1. In meinen Augen ist das Problem, dass diese Lockpreise die Preise für alle weit nach unten ziehen, man erwartet als Leser mittlerweile für nur 3 Euro ein gutes Buch, gerne auch noch top lektoriert, dass das nicht funktionieren kann, ist klar. Stellt ein Autor ein Buch zu einem angemesseneren Preis ein, fällt er damit recht schnell negativ auf. Daher sind die 5 Euro im Endeffekt keinesfalls zu viel, zumindest nicht in meinen Augen.

      Wie viel Geld wirklich beim Autoren hängenbleibt, kann ich leider nicht sagen. Es gibt wahrscheinlich schon einige, die davon leben können, die breite Masse an Autoren wird es wohl aber nicht sein. Ich muss mich damit generell mal etwas näher beschäftigen, momentan weiß ich viel zu wenig.

      Amazon Wunschlisten nutze ich selbst nur noch aus praktischen Gründen, gekauft wird lieber woanders.

      LG

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  4. Früher habe ungerne mehr als 2-3€ für ein E-Book ausgegeben, weil man eben nur Leserechte bekommt und kein gedrucktes Buch. Inzwischen hat sich das aber auch etwas gewandelt. Wenn es ein Buch nicht als Printbuch gibt oder ich z.B. etwas schnell lesen will, dann ist mir ein Buch auch einen höheren Preis wert. Natürlich nicht jedes Buch, aber es gibt Autoren etc. für deren Bücher ich gerne mehr ausgebe, weil die Bücher eben auch qualitiv gut sind. Für manche Autoren wäre mir schon 1€ zu viel und bei manchen Büchern sage ich: 5€ für 200 Seiten? Eigentlich kein schlechter Preis. Und ich finde das auhc nicht unbedingt überteuert, wenn der Autor dafür auch was gutes abliefert. ^^

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    1. So sehe ich das auch, 5 Euro für 200 gute Seiten sind definitiv nicht zu viel. 5 Euro für ein grottenschlechtes Buch aber natürlich schon.

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