Montag, 18. Mai 2015

Kinderbücher und Erwachsene

Und noch einmal geht es um ein Buch von George R.R. Martin. Auch wenn seine Bücher vom Inhalt nichts für mich sind, so scheint er es mit seinem Schreibstil ja doch zu schaffen viele Leser in seinen Bann zu ziehen und das finde ich natürlich toll. Als ich gesehen habe, dass sein Kinderbuch "The Ice Dragon" im November als "Das Lied des Eisdrachen" auch auf Deutsch erscheinen wird, habe ich mich gefreut. Denn das Buch könnte perfekt für meine Nichte sein, die letztes Jahr eingeschult worden ist. Ich will sie natürlich zu einer begeisterten Leserin machen und da kann die eine oder andere fantastische Geschichte sicherlich nichts schaden. 

Da die Originalversion des Buches bereit erschienen ist, habe ich mir online dazu mal ein paar Rezensionen angeschaut, allesamt von Erwachsenen ohne Mithilfe von kleinen Lesern geschrieben. Allesamt von Erwachsenen, bei denen ich mich frage, ob sie die richtigen sind um dieses Buch zu beurteilen. Klar, jeder kann das Buch lesen und bewerten, aber ich will wissen, wie achtjährige Kinder das Buch finden und keine Erwachsenen aus der Bücherwelt von Game of Thrones. 

Ich lese und rezensiere von Zeit zu Zeit auch Bücher, die vor allem für junge Jugendliche geschrieben worden sind, dabei denke ich auch darüber nach, ob ich den Büchern in meiner Bewertung überhaupt gerecht werden kann. Denn ich bin nun einmal schon erwachsen und sehe Dinge anders als mit 13 oder 16. Und auch wenn ich meine Nichte oft um mich habe, so fällt es mir doch schwer genau einzuschätzen, was sie an einer Geschichte begeistern könnte und was nicht.

Ich habe überlegt, wie ich als Kind und junger Teenie Bücher ausgesucht habt, das Internet hat für mich damals noch keine große Rolle gespielt, Rezensionen online nachzuschauen war etwas, das sich erst noch entwickelt hat. Also bin ich normalerweise mit meiner Mutter in den Buchladen gegangen, habe geschaut, was es so gibt und mir dann nach dem Lesen des Klappentextes die Bücher ausgesucht, die sich interessant für mich angehört haben. Meine Mutter ist genauso vorgegangen, wenn sie für mich Kinderbücher ausgesucht hat. Dabei ist man wahrscheinlich davon ausgegangen, dass bei den Verlagen eine gute Vorauswahl für Bücher stattgefunden hat und die Altersangaben auf Büchern auch Sinn machen. 

Im Rückblick glaube ich, dass wir auch ohne Onlinerezensionen gut gefahren sind. Manche Bücher, die ich damals gelesen habe, waren genial, andere ok, wieder andere nicht mein Fall. Genauso ist es auch heute noch. Und wenn ich in Zukunft Bücher für meine Nichte kaufen will, werde ich wie früher vorgehen. Rein ins Büchergeschäft, am besten mit meiner Nichte, schauen was es gibt und sich gut anhört, kaufen und hoffentlich nach dem Lesen eine begeisterte Nichte haben. 

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