Donnerstag, 3. März 2016

Wo ist das Happy End?

Diese Woche habe ich den Post "Fractured Fairy Tales and a Turning Point of a Genre" von Wendy The Super Librarian gelesen und mir nach der Lektüre des Posts und der Kommentare auch ein paar Gedanken zu Happy Ends in Liebesromanen gemacht. Eins vorneweg: Ich bin definitiv ein Leser, der ein Happy End in diesem Genre erwartet. 

Ich will am Ende eines Liebesromans mit einem Lächeln auf den Lippen das Buch zu klappen können, will wissen, dass es den Charakteren in Zukunft gut gehen wird, dass sie glücklich sein werden. Meist natürlich zusammen als Paar, in bestimmten Fällen habe ich aber auch absolut nichts dagegen, wenn ein Hauptcharakter nicht als Teil eines Paares endet, sondern alleine und glücklich lebt. Diesen Ausgang hätte ich in der Vergangenheit sogar so manches Mal bevorzugt, wenn ich einen der Partner überhaupt nicht mochte. Ob es sich in diesen Fällen dann noch um Liebesromane handelt, könnte man natürlich diskutieren. 


Bücher mit einem nicht traditionellen Happy End im Sinne von einer der beiden Hauptcharaktere stirbt (Stadt der Engel hasse ich dafür) sind für mich problematisch. Nicht traditionelle Happy Ends entpuppen sich allzu schnell als überhaupt kein Happy End und das will ich als Leser nicht lesen. Happy Ends mögen nicht realistisch sein, müssen sie auch nicht. Ich lese Liebesromane nicht um ein realistisches Abbild des Lebens zu bekommen. Ich will unterhalten werden, will schwärmen können, will die Liebe spüren. Will am Ende glücklich und zufrieden sein. 

In den Kommentaren des Posts von Wendy ging eine Leserin darauf ein, dass Fans von 50 Shades, speziell Leser die über die Trilogie zu den Liebesromanen gekommen sind, kein traditionelles HEA (happily ever after) mehr wollen. Diese Erfahrung teile ich nicht, die Leser der Reihe wollen meiner Erfahrung nach zum großen Teil klassische Happy Ends. 

Ich denke eher, dass gerade im Subgenre der MC-Liebesromane (solch ein Buch ist ja Ursache für die Diskussion, MC steht übrigens für Motorcycle Club) Dinge möglich sind, die sonst in Liebesromanen nicht akzeptiert werden. Nicht nur Happy Ends, die eigentlich keine sind, sondern auch sehr viel Gewalt, verschiedenste illegale Aktivitäten und andere unschöne Dinge. Vielleicht sind die Leser dieser Liebesromane wirklich etwas flexibler, wenn es um ihre Erwartungen geht, vielleicht wollen sie sogar geschockt werden. 

Ich selbst habe in den letzten Jahren ein paar MC-Liebesromane gelesen und muss sagen, dass für meinen Geschmack zu viele Grenzen in den Büchern überschritten werden, beim Lesen hatte ich häufig ein ungutes Gefühl. Daher lese ich heute, wenn überhaupt, nur noch sehr milde Ausgaben dieser Art von Romanen. 

Ich will auf jeden Fall vor dem Lesen eines Buches wissen, ob mich ein klassischer Liebesroman mit HEA erwartet oder nicht. Ich will mich ehrlich gesagt darauf verlassen können, dass es ein recht klassisches Happy End in einem Liebesroman geben wird, das gehört für mich zu diesem Genre dazu. Daher lese ich immer gerne Spoiler zu Büchern um sicher zu sein, dass das Ende ein glückliches, wie auch immer dieses Glück aussehen mag, sein wird. 

Um auf das Buch des Anstoßes zurück zu kommen, ich werde es aus verschiedenen Gründen nicht lesen. Ich kann gut verstehen, dass einige Leser über das Marketing zu dem Buch enttäuscht sind, sich vom Verlag sogar getäuscht fühlen. Aber immerhin ist daraus eine spannende Diskussion entstanden. 

Auf dem Bild oben seht ihr übrigens einen Teil meiner Liebesromane. Und ja, alle enden mit einem HEA. 

PS: Ein neuer Beitrag von mir kam dann doch schneller als gedacht, ganz sicher bin ich mir über die Zukunft von B-lit zwar trotzdem noch nicht, aber es ist schon mal ein guter Anfang. 

Kommentare:

  1. Hmm...die Diskussion ist definitiv spannend. Einen MC-Liebesroman habe ich ehrlich gesagt noch nie gelesen und auch nur wenige "richtige" Liebesromane. Ich bin dann doch eher der Fantasy-Leser. Und da ist es ja häufig so, dass die Paare durch die widrigsten Umstände am Ende keine gemeinsame Zukunft haben. Wobei ich es auch lieber mag, wenn sie zusammen enden. ;-) Aber bei Liebesromanen ist das natürlich noch was anderes. Da würde ich auch ein klassisches Happy End erwarten.

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    1. Bei Fantasy-Romanen ist ein klassische Happy End tatsächlich etwas, was ich auch nicht unbedingt erwarte, ich freue much aber natürlich sehr, wenn es eins gibt. So oft lese ich Fantasy aber ehrlich gesagt nicht, aus welchen Gründen auch immer hatte ich mit den Büchern des Genres in den letzten Jahren nicht so viel Glück, wahrscheinlich weil ich leichte Geschichten mit vielen glücklichen Momenten immer noch am liebsten mag und Fantasy dazu nicht immer passt.

      LG

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  2. Das Genre Biker-Romance ist mir ein Phänomen, eines von dem ich lieber die Finger lasse. Ich denke das wir hier eine logische Fortführung der typischen Bad Boy- / Alpha-Romance sehen, deren "Helden" moralisch meist recht Fragwürdig agieren. Ich schätze mal das Biker-Romane sehr stark von der Glorifizierung einer "Rebellischen" Subkultur und einem Ideal von Stärke lebt, das in anderen Worten ausgedrückt nur simple Kriminalität ist.
    Selbst wenn diese Romane einem klassischen HEA Prinzip folgen würden, würden sie wohl kaum meinem Geschmack entsprechen.

    Ich würde ebenfalls dem Gedanken widersprechen das die Leser kein HEA mehr wollen, könnte mir aber gut vorstellen das viele sich gegen das oft gezwungen, und dadurch aben alles andere als Happy, erscheinende HEA streuben.
    Ein Happy End funktioniert eben nur dann wenn man auch, und sei es nur für den Moment, daran Glauben kann.

    Wobei ich auch das "Eigentlich mag Gott uns überhaupt nicht" Ende von "Stadt der Engel" sehr mag, beziehungsweise ein Schwäche für so manchen Sparks habe, auch das spricht eben meinen Sinn für Romantik an.

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    1. Dein erster Absatz trifft den Nagel wirklich auf den Kopf. Mal sehen, ob es zu den MC-Romanen in Zukunft noch eine Steigerung geben wird, hoffentlich nicht.

      Alpha-Romances mag ich teilweise ja noch, auch wenn es da schon Dinge gibt, bei denen ich mit dem Kopf schütteln muss, MC-Romane sind aber noch einmal extremer und bereiten mir teils wirklich Magenschmerzen. Klar, es gibt auch eher harmlose Vertreter, aber ein Großteil ist schon heftig. Interessant finde ich, dass man in Rezensionen zwar immer von (angeblich) starken Männern liest, die kompromisslos durch das Leben gehen, illegale Aktivitäten wie Drogenhandel aber fast wie Kavaliersdelikte abgetan werden und gar nicht negativ ins Gewicht fallen. Meine persönlichen Grenzen werden durch die Romane deutlich überschritten, deshalb habe ich in den letzten Monaten auch keinen einzigen gelesen und so wird es wohl auch bleiben.

      Ein erzwungenes Happy End um jeden Preis ist nie eine gute Idee, so manches Mal wünsche ich mir, dass Charaktere dann doch lieber solo und glücklich durch das Leben gehen.

      Mit Sparks kann ich konsequenterweise überhaupt nichts anfangen, mit seinen Büchern kannst du mich jagen.

      LG

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  3. Also von MC-Liebesromanen habe ich vorher noch nichts gehört, aber die scheinen auf gar keinen Fall etwas für mich zu sein :O
    Aber wenn etwas im englischen Raum als Genre "Romance" verkauft wird, erwarte ich ein HEA oder HFN, wobei mir ein HEA lieber ist und so geht es auch anderen Lesern. Da hatte ich mal bei Dear Author eine Diskussion drüber gelesen, dass wenn es als Romance verkauft wird ein HEA/HFN dabei sein muss, ansonsten ist es Historical Fiction, ChickLit etc.
    Also wenn ich z.B. einen Historical Romance kaufe, dann erwarte ich das ehrlich gesagt auch, ebenso wenn CR oder PR draufsteht((wobei ich die beiden Genres so gut wie nie lese). Bei allen anderen Genres tue ich das nicht, da informiere ich mich dann vorher, z.B. bei High Fantasy oder YAs. :D

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    1. Ich glaube auch nicht, dass die MC-Romane etwas für dich sind, glücklicherweise gibt es ja genug andere Bücher.

      Ansonsten kann ich deinem Kommentar nur voll und ganz zustimmen, Romance ohne Happy End ist keine Romance. Punkt.

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