Dienstag, 26. April 2016

Das Buch in der Mitte


Meine Beziehung zu Trilogien ist nicht immer unkompliziert. In der Theorie mag ich sie, in der Praxis habe ich aber so manches mal etwas an ihnen zu mäkeln. 

Begriffe wie "stepping stone book" oder "middle book syndrome" beschreiben einen großen Kritikpunkt, den ich an Trilogien habe. Allzu oft scheint das mittlere Buch in einer Trilogie nur zu existieren um die Bühne für das Finale zu ebnen. Informationen und neue Charaktere werden teils wahllos eingeführt und doch plätschert die Handlung langweilig vor sich hin. Informationen, für die im ersten Teil kein Raum war, werden in die Geschichte geworfen, teils ohne großen Zusammenhang.

Wenn was passiert was, dann scheint es nicht so wichtig zu sein, wie es im ersten Buch gewesen wäre. Das Buch existiert nur, weil es eben drei Bücher sein sollen, obwohl vielleicht nur genug Handlung für zwei Bücher da ist. Versteht ihr, was ich meine?

Ich will, dass in einer Trilogie jedes Buch wichtig ist, dass jedes Buch notwendig ist. Bei einigen Trilogien frage ich mich, ob sie als Duologie für mich nicht besser funktioniert hätten. Ich glaube ja.

Dass ihr auf dem Bild "Ice Like Fire" seht, ist natürlich kein Zufall. Teil eins der Trilogie war für mich klasse, Teil zwei immer noch gut, aber auch ernüchternd, beim Lesen spukte mir immer durch den Kopf, dass das Buch "nur" der Wegbereiter für Teil drei ist. Teil drei werde ich lesen, die ganz große Begeisterung ist aber nach #2 nicht mehr da, wirklich schade.

Bei welchen Trilogien hattet ihr Probleme mit dem Buch in der Mitte?

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben und genau das, was ich auch oft erleben musste. Deswegen lasse ich unterdessen die Finger von Trilogien.
    Bei mir war es z.B. "Dark Side". Den ersten Teil habe ich geliebt und richtig gehypt. Dann kam der zweite Teil und der war so... nichtssagend und gezwungen, dass ich Teil drei nie gelesen habe.

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    1. Nichtsagend in Kombination mit gezwungen finde ich auch so richtig schlecht. Da ist man beim Lesen richtig erleichtert, wenn man das Ende endlich erreicht hat.
      Es ist natürlich trotzdem faszinierend, dass Autoren von Buch zu Buch so unterschiedliche Gefühle bei uns Lesern auslösen können.

      LG

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  2. Also ich stehe auch gemischt zu Trilogien. Manchmal sind alle Bücher klasse und ich kann sie nicht aus der Hand legen (z.B. bei Selection). Bei anderen Reihen ist das mittlere Buch total überflüssig, so wie du es beschreibst. Manchmal nerven mich Trilogien auch einfach nur noch, weil immer noch eins drauf gesetzt werden muss und die Geschehnisse immer krasser werden und alles immer komplizierter, sodass es zum Ende hin sehr verworren wird und man kaum zu einem Happy End oder einem guten Ende kommt. Dann denkt sich der Autor seltsame Sachen aus, um doch noch alles stimmig zu machen, aber das ist es für mich häufig nicht...
    Ich hoffe, man versteht ein bisschen, was ich meine. :D

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    1. Ich verstehe genau was du meinst. Solche Serien, in denen das neue Buch immer noch einen Tick weiter gehen muss als das vorherige, waren mit der Grund, warum ich nur noch selten Urban Fantasy lese. Oft habe ich das Gefühl, dass wenn nicht genug sinnvolle Handlung vorhanden ist, panisch irgendetwas dazugeschrieben wird, der Sinn geht dabei leider schnell verloren.

      LG

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