Donnerstag, 9. Juni 2016

Gedanken: Eine lokale Buchhandlung schließt

... und ich bin darüber sehr traurig, auch mache ich mir viele Gedanken. Wieder eine Buchhandlung in der Nähe die aufgibt, ein weiteres Geschäft, das in der Innenstadt der Nachbargemeinde leer steht. 

In meiner Gemeinde selbst gibt es keine Buchhandlung und es gab auch noch nie eine (kleine Gemeinde eben). In drei Nachbargemeinden gibt es aber noch Buchhandlungen und zumindest in einer davon kaufe ich regelmäßig Bücher. Das geht auch ganz einfach, ich bestelle meine Bücher online und lasse sie mir in die Buchhandlung liefern. Dort hole ich sie dann ab. Ist ein Buch auf Lager, wird es bis zum nächsten Tag, wenn ich bis 15Uhr bestelle, geliefert. Viele englische Bücher brauchen etwa 1-2 Wochen, alles im Rahmen also. 

Die Preise für englische Bücher sind teils identisch zum großen A, zum Teil etwas teurer, zum Teil aber auch günstiger. An sich gibt es also keinen wirklichen Grund, warum ich das lokale Geschäft nicht dem Onlineriesen vorziehen sollte. Bei deutschen Büchern erübrigt sich die Diskussion sowieso. Mal ganz davon abgesehen, dass lokale Arbeitsplätze und lokale Steuereinnahmen ja auch nicht vom Himmel fallen, sondern von Geschäften vor Ort generiert werden, natürlich auch von Buchhandlungen. 

Englische E-Books sind nach wie vor ein Problem, gerade wenn sie selbst veröffentlicht werden, geht meist kein Weg an den Riesen in der Branche vorbei. Hier hoffe ich irgendwann auf neue Entwicklungen, denn so wie es ist, ist es nicht ideal, weder für Leser noch für Autoren. 

Und ja, der stationäre Buchhandel muss sich gerade in solchen Punkten selbst bewegen, muss neue Ideen entwickeln und umsetzen, zusammen an einem Strang ziehen, mit Verlagen zusammenarbeiten, Kunden miteinbeziehen, Autoren ansprechen, mutig und offen sein, Rückschläge in Kauf nehmen und trotzdem nicht aufgeben. Nur bewegen muss sich was, sonst laufen wir dem Abgrund immer weiter und schneller entgegen. 

Ich will eine Sache kritisch anmerken: Gerade in Buchhandlungen ist ein guter Service extrem wichtig. In einer Buchhandlung gehört für mich dazu, dass der Verkäufer zumindest rudimentär über Neuerscheinungen und bekannte Autoren Bescheid weiß, auch muss das eigene Inventar bekannt sein. Leider ist das nicht immer der Fall. So wollte meine Mutter vor kurzem das neue Buch von JD Robb in einer lokalen Buchhandlung kaufen, da es nicht vorrätig war, wollte sie vor Ort direkt bestellen. An diesem Punkt fingen dann die Probleme an. 

Der Name "JD Robb" sagte der Verkäuferin schon mal nichts, obwohl zwei ältere Bücher im Geschäft lagen, nach einem Blick in den PC behauptete sie dann, dass das Buch noch nicht lieferbar sei. Meine Mutter ist also ohne Buch und Bestellung gegangen. Zu Hause hat sie dann online auf der Seite der Buchhandlung nachgeschaut, dort ließ sich das Buch problemlos bestellen, auf Lager was es auch. Mit solchen Aktionen vergrault man seine Kunden, so etwas darf nicht passieren. Buchhandlungen müssen in gutes Personal investieren, müssen in ihr Buchwissen investieren, ansonsten werden willige Kunden vergrault. 

Auch muss der Online-Service in vielen Bereichen noch verbessert werden, ohne geht es heute nur noch schwerlich. So flüssig wie bei den Großen der Branche läuft es bei den Kleinen nicht immer, hier kann ich als Kunde aber ein ein Stück weit aktiv werden, den Händler direkt auf Probleme ansprechen und Wünsche äußern. Hier muss mehr investiert werden, hoffentlich mit Erfolg. 

Schön finde ich in diesem Zusammenhang übrigens Aktionen, wie ich sie auf Brösels Bücherregal entdeckt habe. Lokale Buchhandlungen werden verlinkt (ganz ohne Partnerlinks!) und es wird erklärt, warum das der Bloggerin so wichtig ist. Das finde ich klasse und nachahmenswert. 

Auch die Facebook-Gruppe, die Blogger und Buchhändler in Kontakt bringen soll, empfinde ich als einen Schritt in die richtige Richtung.

In Buchhandlungen zu stöbern, hier und da mal ein paar Seiten zu lesen, tolle Cover zu bestaunen, neue Bücher zu entdecken und von anderen Lesern umgeben zu sein gehört für mich zu einer der besten Sachen im Leben. Ich als Leser kann meinen Teil zum Erhalt dieser Dinge beitragen, in dem ich Buchhandlungen nicht nur zum Stöbern betrete, sondern auch zum Kaufen. Und das ist gar nicht schwer, selbst als Landei bekomme ich das ganz gut hin.

PS: Neben den lokalen Buchhandlungen kann ich natürlich auch lokale Büchereien jedem ans Herz legen, egal ob vor Ort oder über die Onleihe, oft ist die Auswahl größer als gedacht.  

Kommentare:

  1. Ich liebe es in Buchhandlungen zu stöbern. Und Bücher zu kaufen. Wobei ich aus Geldmangel eben auch oft Bücher ausleihe. Die Onleihe SH hat eine wirklich gute und große Auswahl, überraschenderweise in letzter Zeit auch viele recht neue englische Jugendbücher (und verschiedene Ausgaben von Malory Towers...)

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    1. In der hessischen Online tut sich in letzter Zeit auch so einiges, das Angebot wird immer besser und zum Teil entwickelt sich die Sache zu einer guten Alternative.

      Die Kombination aus Bücher kaufen und ausleihen finde ich auch top, so hat man das beste aus beiden Welten und unterstützt dabei gleich noch lokale Geschäfte und Einrichtungen.

      LG

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