Samstag, 4. Juni 2016

Reichende Steine


Ich bin dabei ein paar Liebesromane aus meinen Bücherregalen erneut zu lesen um zu entscheiden, ob sie bleiben dürfen oder nicht. Dabei bin ich in "Uptown Girl" von Olivia Goldsmith auf die "reichenden Steine" gestoßen. Reichende Steine als deutsche Übersetzung von "stinky dick", na ja. Reichend könnte ich ja noch als riechend durchgehen lassen, aber Steine als dick? Ich weiß ja nicht. :)

Natürlich sind diese beiden Wörter nicht die schlimmste Verstümmelung der deutschen Sprache, die ich in englischen Büchern je gelesen habe. Ganze Sätze, in denen das Verb an einer absurden Position auftauchte und die womöglich das Ergebnis vom Google Translator waren, nehmen da immer noch die Spitzenposition ein. 

Eine schlechte Übersetzung ist für mich auch kein Ausschlusskriterium, aber es ärgert mich schon. Denn es gehört zur Arbeit des Autoren, dass er sicher stellt, dass die fremden Textstücke in seinem Werk auch den Sinn ergeben, der geplant war. Die reichenden Steine fallen da glatt durch. Und ja, dass hätte die Autorin in diesem Fall eben vermeiden müssen, allzu schwierig wäre dies wohl nicht gewesen. 

Aber gut, so hatte ich wenigstens gleich zu Beginn des Buches etwas zu schmunzeln, da der Rest des Romans mich beim zweiten Mal lesen nicht vom Hocker reißen konnte, waren zumindest die "reichenden Steine" ein Höhepunkt, wenn auch kein positiver. 


Welche schlecht übersetzten Wörter oder Passagen fallen euch spontan ein?

Kommentare:

  1. Ein Bürgerkriegs Roman von Philip Bryant, "They met at Shiloh".
    Man sollte meinen wenn jemand beschließt seine Geschichte um eine aus deutschstämmigen Soldaten gebildete Truppe aufzubauen, er sich zumindest ein wenig Mühe macht das ergebniss Nachprüfen zu lassen, ist ja jetzt nicht so schwer jemanden zu finden der tatsächlich Deutsch spricht.

    Einen Auszug daraus (so zieht sich das mehr oder weniger amüsant durch das ganze Buch):

    Huebner paused lifting his weapon to his shoulder and gawked at the body.
    “Schieß, Huebner! Zünd Ihr Gewehr an! Fire, Huebner! Fire your weapon!” Gustavson shouted at Huebner angrily while he ripped open a cartridge.
    “Ja, ja, ich zünd mein Gewehr an.”

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    1. Und du hast wirklich das ganze Buch durchgehalten? Respekt, ich hätte wohl nach ein paar Seiten so lachen müssen, dass ein weiterlesen nicht möglich gewesen wäre.

      Ich denke auch, dass man überall auf der Welt, egal ob online oder offline, jemanden finden kann, der Deutsch spricht. So schwer sollte das wirklich nicht sein.

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  2. Das kenne ich auch, da war ein komischer Satz in "Eternally Yours" von Cate Tiernan... da war die Grammatik falsch oder so was in der Art... und da frage ich mich auch immer, in der heutigen Internetgeneration ist es SO einfach über Facebook/Twitter deutschprachige Menschen zu fragen, ob eine Übersetzung richtig ist/Sinn ergibt oder ob sie kurz einen Satz übersetzen können... anstatt sind n 90% aller Fälle diese Sätze komplett oder grammatikalisch falsch. Ich muss dann zwar schmunzeln, es ärgert mich auch, weil das für mich zu einer Recherche dazugehört. Wenn selbst so etwas einfaches (und so etwas zu überprüfen ist einfach) falsch ist, was dann noch???

    Aber wie kommt man auf Reichende Steine? -> rEIchend = rIEchend? Steine = Steife? Die Übersetzung erscheint mir komplett sinnfrei XD

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    1. Sehe ich genauso, eine kurze Recherche zur Übersetzung sollte nicht zu viel verlangt sein und gehört zum Job eines Autoren dazu.

      Bei reichend war bestimmt riechend gemeint, aber Steine? Macht irgendwie so gar keinen Sinn.

      LG

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  3. Oh wow, das ist echt... spannend o.O Ich muss aber sagen, dass ich diese Überprüfungspflicht eher in den Händen des Lektors und nicht unbedingt des Autors sehe (es sei denn, es gibt keinen Lektor und es wird selbst veröffentlicht, dann ist es anders). Klar, ist es super, wenn der Autor das selbst auf die Reihe kriegt, aber ich finde es ist die Pflicht des Lektors sowas genauestens zu überprüfen bevor es veröffentlicht wird. Passiert leider viel zu häufig mit deutschen Phrasen in englischen Büchern. Mich ärgert das immer sehr, weil Deutsch ja nun keine Minisprache ist, die niemand spricht, und weil es oft nur so Kleinigkeiten sind, und nicht mal die werden dann korrekt übersetzt. Dann darf man halt keine Fremdsprachen in seinen Büchern benutzen :P

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    1. Stimmt natürlich, ein gutes Lektorat müsste das korrigieren, vor allem weil es sich ja auch nur um zwei Wörter handelt, hier die korrekte Übersetzung zu finden wäre eine Leichtigkeit gewesen.

      Als Autor hätte ich aber auch einen gewissen Anspruch an meine eigene Arbeit, dazu würde gehören, dass ich solche Sachen auch alleine recherchiere.

      Apropos Lektorat, da muss ich spontan an einen auch ziemlich peinlichen Fehler denken. In einem Buch einer anderen Autorin wurde der Nobelpreis mal kurzerhand in ein anderes Land als Schweden verlegt wurde, hier haben Lektor und Autor beide sowas von gepennt.

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    2. Wenn es um den Friedensnobelpreis ging und es Norwegen war, würde es sogar stimmen ^^

      Ich kenne mich mit Lektoren etc. nicht aus, aber ich würde denken, dass der Autor dort auch selber recherchieren muss, wenn er es in sein Buch schreibt. Wieso irgendetwas schreiben (es gibt ja einen Grund, wieso man es schreibt und was man da schreibt -> selbst der Google Translator hätte bessere Ergebnisse geliefert) und dann warten bis andere es verbessern? Da ist definitiv der Autor mit Schuld auch wenn der Lektor es auch hätte sehen müssen. ^^

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    3. Es ging allgemein um den Nobelpreis und wer ihn verleiht. Der Fehler ist der Autorin auch irgendwann selbst aufgefallen, da war es dann aber schon zu spät. Sie hat deswegen wohl ziemlich viele E-Mails bekommen, weil das natürlich sehr vielen Lesern aufgefallen ist. Dem Lektorat leider nicht.

      LG

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    4. Klar ist es wünschenswert und löblich, wenn ein Autor das selbst recherchiert, aber wenn das Buch durch einen großen Verlag geht, sehe ich die Verantwortung schon eher beim Lektorat. Vielleicht hat der Autor ja auch selbst recherchiert und kam einfach zu einem falschen Ergenis, das muss halt dringend nachkontrolliert werden.
      Ich finde einfach, dass es Aufgabe der Autoren ist Geschichten und Figuren zu spinnen, toll zu schreiben usw. nicht unbedingt fachliche Details zu recherchieren (bei solchen Kleinigkeiten, bei Sachbüchern oder Romanen, die sich z.B. extram an einem historischen Ereignis orientieren, ist das wieder was anderes).

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