Samstag, 2. Juli 2016

"angst" in Büchern

Zwei Dinge bereiten mir in letzter Zeit in YA und NA Büchern Probleme, das eine ist zu viel Drama, vor allem wenn es unlogisch und überflüssig erscheint, das andere ist ein Übermaß an "angst". Dabei ist "angst" nicht direkt als Angst im deutschen Sinne zu verstehen, vielmehr ist es eingefärbt mit innerer Unruhe, Sorge, ja zum Teil fast schon Existenzangst von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Es fällt mir schwer mich auf ein deutsches Wort festzulegen, das beschreibt, was man in YA und NA unter "angst" versteht. Wenn ihr eine Idee habt, dann her damit. 

Gegen diese "angst" in Maßen habe ich nichts, ich halte sie sogar in einem gewissen Umfang für normal, nicht nur bei Heranwachsenden, sondern bei den meisten Menschen. Doch wenn alles nur noch "angst" ist, wenn es immer weiter auf die Spitze getrieben wird, wenn es inhaltlich um nichts anderes mehr geht, wenn kleinste, eigentlich unbedeutende Geschehnisse immer mehr "angst" auslösen, dann macht mir das Lesen nicht mehr viel Spaß. Dann bleibt auch oft die Logik auf der Strecke und die Charaktere bleiben blass. 

Klar, andere Leser finden genau das klasse und suchen explizit danach, das sei ihnen auch gegönnt, nur mir macht es eben keinen Spaß. Und als Leser suche ich natürlich nach Büchern, von denen ich ausgehen kann, dass sie mir auch gefallen werden. Und deswegen achte ich bei YA und NA Büchern mittlerweile ziemlich genau darauf, ob sich schon aus der Synopsis erkennen lässt, ob/wieviel "angst" enthalten sein wird. 

Meist funktioniert das ganz gut, manchmal hört sich die Inhaltsangabe aber auch total harmlos und positiv an, die "angst" ist in der Geschichte dann aber doch omnipräsent. Na ja, es gibt schlimmeres und ein bisschen "angst" kann ja auch spannend sein, ich will mich also nicht allzu sehr beschweren.

Wie steht ihr zu "angst"?

Kommentare:

  1. Die nebulöse "Teenangst" - inner Unruhe, Angst vor dem Erwachsenwerden, Angst vor Bindung, Angst vorm Leben... ich lasse die typischen "Angst" Autoren meist beiseite (ganz Prominent zur Zeit Colleen Hoover, aber auch Lauren Oliver will ich meinen), meine bevorzugte Lektüre ist üblicherweise der nostalgisch verklärte Blick auf goldene Jugendtage.

    Und doch, gerade liegt "Die Alchemie der Nähe" auf meinem Nachttisch, das Romandebüt der damals siebzehnjährigen Gaia Coltorti um eine Verbotene Beziehung. Ein erotischer Jugendroman und sehr "angsty," aber soweit ungemein Lesbar und Unterhaltend.

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    1. Colleen Hoover habe ich ausprobiert, aber genau aufgrund dieser "Teenangst" ein Problem mit ihren Geschichten gehabt, davon mal abgesehen, dass mir einige Entwicklungen aus anderen Gründen missfallen haben. Nostalgisch verklärt stört mich dann aber wiederum auch, irgendetwas dazwischen ist für mich perfekt.

      Von "Die Alchemie der Nähe" habe ich tatsächlich noch nichts gehört, auch von der Autorin nicht, das muss ich doch gleich mal ändern.

      LG

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  2. Hmmm, ich bin nicht sicher, was meine Meinung und Erfahrungen zu dem Thema sind, weil der Begriff halt wirklich schwammig ist. Hast du vielleicht ein paar Beispieltitel, wo es dir z.B. zu viel angst war?

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    1. Spontan fallen mir je ein Buch von Colleen Hoover und Abbi Glines ein, auch Bücher von Tijan. In allen Büchern ist es allerdings eine Mischung aus angst und Drama, die beiden scheinen ja oft Hand in Hand zu gehen.

      Ich habe mal nachgeschaut, was andere für Bücher mit viel angst halten, die Antworten waren jinteressant, "Jane Eyre" kam da zum Beispiel. Da scheint wirklich jeder etwas anderes darunter zu verstehen.

      Wenn ich näher darüber nachdenke, stört mich ein Übermaß an angst oft bezogen auf romantische Beziehungen.

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    2. Drama ist auch das erste Stichwort, das mir zu Colleen Hoover einfällt ;D Ich glaube so richtige angst Bücher (ohne Drama) sind mir dann noch nicht wirklich untergekommen oder ich hab das nicht als sowas wahrgenommen.

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  3. Ich glaube, ich hatte da bisher immer ziemlich Glück, sodass ich da gerade an kein Buch denken kann, dass bei mir zu viel angst hatte ... bzw. nicht mehr als der Situation entsprechend.
    Mir läuft es nur bei Fanfictions immer wieder über den Weg. Die lese ich auch fast nie, aber wann immer es da heißt, es sei eine "angst fic", mach ich zumeist einen weiten Bogen drumherum, weil ich mich dann am Ende nur selbst schlecht fühle, die Autor*innen treiben es da ja auch gerne auf die Spitze. (Ich mess da allerdings auch mit zweierlei Maß. "Originale" Geschichten können mich da gerne runterziehen, wenn es zur Geschichte passt, aber bei FFs zu einer bestehenden Geschichte/Welt will ich eher Ruhiges/Fröhliches, weil ich das Drama ja schon vom Original hatte. xD)

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    1. Die Welt der Fanfiction finde ich auf der einen Seite faszinierend, auf der anderen Seite habe ich wenig Interesse Fanfiction wirklich zu lesen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass "angst" ein sehr beliebter Bestandteil von solchen Büchern ist. Aber ist doch gut, wenn man von Anfang an weiß, dass eine "angst fic" auf einen zukommt, dann kann man der Sache zur Not noch aus dem Weg gehen.

      LG

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