Freitag, 20. Januar 2017

Ein Leser, der bloggt oder ein Blogger, der liest?


Seit sechs Jahren, ich hatte gerade Blog-Jubiläum, blogge ich mittlerweile hier auf Bücher-lit, auf About Happy Books werden es im September sogar schon neun Jahre sein. In dieser Zeit bin ich durch verschiedene Phasen gegangen, auch solchen, in denen ich an der Zukunft der Blogs gezweifelt habe.

Phasen, in denen ich die Lust am Schreiben über Bücher verloren hatte, ernsthaft überlegte meine Blogs zu schließen. Das hat sich aber glücklicherweise wieder gelegt und mittlerweile weiß ich auch wo das Problem lag. 

Ich fing an meine Buchblogs zu führen, weil ich gerne über Bücher spreche, wollte meine Gedanken zu ihnen mit anderen teilen. Das machte mir vor acht Jahren Spaß und heute noch genauso viel. Die Bücher, die ich gelesen, gekauft, im Buchladen oder online entdeckt habe, waren die Inspiration für neue Posts. Ich war primär ein Leser, der über die Bücher in seinem Leben gebloggt hat. 

Zwischenzeitlich hatte ich diesen Fokus verloren, auf einmal war ich primär Blogger. Ich wartete nicht mehr auf die unerzwungene, natürliche Inspiration durch Bücher, die meinen Weg streiften, auf einmal arbeitete ich aktiv an Ideen zu Posts, benutzte mehr Social Media, interessierte mich für Rezensionsexemplare, versuchte meine Reichweite zu vergrößern, dachte an feste Zeiten für Posts. Alles an sich nicht negativ, für mich passte es aber nicht. 

Lesen brachte immer mehr Stress mit sich, selbst erzeugter Stress, ständig dachte ich an mögliche Posts, vom schönen Hobby war phasenweise nicht mehr viel übrig. Ich war ein Blogger, der laß. Glücklicherweise ist mir das Problem irgendwann klar geworden und ich habe aktiv daran gearbeitet wieder ein Leser zu werden, der gerne über Bücher bloggt. 

Ich habe meine Seiten auf Facebook und Twitter gelöscht, benutze Instagram losgelöst von den Blogs, beziehe alle Bücher aus der Buchhandlung oder Bücherei, habe keine festen Zeiten zum Posten, zwinge mich nicht eine gewisse Anzahl an Posts pro Woche online zu stellen, schreibe neue Posts meist recht spontan.

Bücher sind die Inspiration zu allen neuen Blogposts, erst das Buch, dann der Post, andersherum macht es für mich keinen Sinn. 

Ich bin absoluter Hobby-Blogger und will es auch bleiben. Wenn ich mal keine Zeit oder Lust zum Bloggen habe, macht das nichts. Und wenn dann auf About Happy Books gleich drei Rezensionen an einem Tag kommen, stört mich das nicht. Zahlen sind mir mittlerweile egal, ich habe kein Google Analytics oder ähnliches installiert. Der monetäre Aspekt interessiert mich nicht. Nur Gedanken rund um Bücher zählen. Denn so macht es für mich am meisten Sinn und Spaß. 

Ich bin und bleibe ein Leser, der bloggt.

PS: Auch Muromez hat sich zu diesem Thema Gedanken gemacht: Ein bloggender Leser, kein lesender Blogger!

Kommentare:

  1. Eigentlich ist der passende Kommentar zu deinem Post schlicht und einfach: Amen!

    Ich glaube viele Blogger durchlaufen dieses Stadium irgendwann einmal, wenn sie eine Weile konstant dranbleiben am bloggen. Und dann kann man zwei Richtungen einschlagen. Entweder wird es einem zu viel oder man gewöhnt sich daran, sehr viel in den Blog zu investieren und sein Hobby dafür in Pflicht umschlagen zu lassen.
    Mir ging es 2012 genau wie dir. Stress im "echten" Leben und plötzlich war mir der Druck, auf dem Blog in regelmäßigen Abständen posten, planen, schreiben, rezensieren zu MÜSSEN, zu viel. Da habe ich aufgehört und hatte auch über ein Jahr kein rechtes Bedürfnis danach, wieder damit anzufangen. Dann kam aber die Lust langsam zurück, bis ich dann den Faden irgendwann wieder aufgenommen habe. Und seitdem bin ich genau, was du sagst: ein Leser, der bloggt. Und wenn es eben nur 3 Posts im Monat oder mal gar keiner sind, dann ist das kein Beinbruch. Und für intensive Eigenwerbung habe ich sowieso weder Zeit noch Lust, sodass sich das auch (hoffentlich) nie wieder ändern wird :) Wie du immer so schön sagst: Happy Reading. Amen.

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    1. Lust und Interesse an intensiver Eigenwerbung war auch noch nie mein Ding, als ich es damit versuchte, merkte ich schnell, dass sich das für mich fremd und nicht gut anfühlt. Aber es gehört für viele mittlerweile dazu, im Zuge der oft geforderten Professionalisierung erst recht. Ich fühle mich ohne wohl und bleibe deshalb auch dabei.

      Über das Thema Hobby-Blogger habe ich letztens übrigens nachdenken müssen, als ich auf FB einige Kommentare rund um das Thema Partnerlinks und Amazon gelesen habe (in der Gruppe Blogger & Buchhandel). Nach dem Lesen der Kommentare habe ich mich gefragt: Ist man wirklich noch ein Hobby-Blogger, wenn man mit dem Blog Geld verdient? Rechtlich und steuerlich ändert sich dadurch ja doch so einiges, dann ist der Blog ein Gewerbe, das man anmelden muss, ein Nebenjob, kein Hobby mehr. Aber ich schweife ab.

      Viele Blogger wie du und ich, die schon seit Jahren bloggen, wissen, dass sich der Blog immer wieder an das eigene Leben anpassen muss. Dass man verschiedene Phasen durchschreitet, in denen der Blog nicht mehr so wichtig ist. Das zu akzeptieren war nicht immer einfach für mich, mittlerweile sehe ich es allerdings sehr entspannt.

      LG
      Sabrina

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  2. Hey!
    Einen sehr schönen Beitrag hast du geschrieben. Dem ist wirklich nichts hinzuzufügen. Ich selbst habe zum Glück die Phase "ich muss bloggen" irgendwie vermieden. Klar greift der Gedanken immer mal wieder nach mir, wenn ich sehe, wie andere Blogger mit Verlagen zusammenarbeiten, an tollen Treffen/ Vorabpräsentationen teilnehmen, etc. Dann denke ich schon ab und an mal: das möchte ich auch. Aber, genau wie du, möchte ich die Lust am bloggen nicht verlieren. Ich möchte nicht bloggen müssen. Ich möchte dann bloggen, wann ich will und über das bloggen, über was ich bloggen möchte und das sind zwischen meinen Rezensionen auch mal meine Alltagsworte oder, wenn ich im Juni das erste Mal alleine in den Urlaub fahre, dann auch über diesen Urlaub. Von daher habe ich mich zum Glück immer wieder eingefangen bekommen. Auch ich habe einen guten Kontakt zu einigen Verlagen und die Menge und Intensität ist genau so, dass mir das bloggen noch viel Spaß macht und es Hobby ist und bleibt. Sollte es anders werden und bloggen zur Last werden, dann würde ich auch sofort die Reißleine ziehen.
    In diesem Sinne: Fröhliches lesen und bloggen!
    LG
    Yvonne

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    1. Ich denke, dass du eine sehr gesunde Einstellung zum Thema Bloggen hast. Und ich mag deine verschiedenen Posts auch immer sehr, sich nur auf Bücherthemen zu beschränken ist ja glücklicherweise kein Muss.

      Bloggen soll Spaß machen, darauf komme ich immer wieder zurück. Und solange das mein Leitfaden ist, ist eigentlich alles ganz entspannt und genau richtig für mich.

      LG
      Sabrina

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  3. Ein schöner Beitrag. Ich persönlich hatte diesen Punkt (noch?) nicht, allerdings macht mir eben auch genau das "Wie bekomme ich mehr Leser? Wie bekomme ich Leute dazu zu kommentieren?" auch sehr viel Spaß.

    Liebe Grüße,
    Lena

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    1. Vielleicht kommst du dann auch nie an diesen Punkt, ich drücke dir au jeden Fall die Daumen.

      LG
      Sabrina

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