Sonntag, 12. Februar 2017

Ich will keine Bücher schreiben


Buchblogger schreiben Bücher, Booktuber auch, beides gehört mittlerweile irgendwie dazu. Und ich bin die letzte, die etwas dagegen hat, warum auch? 

Immer mal wieder stolpere ich im Rahmen dieser Sache über das Argument, dass es ja eine natürliche Entwicklung sei als Buchblogger/Booktuber irgendwann ein Buch zu schreiben. Und genau an diesem Punkt fangen meine Zweifel an. 

Hat man unter anderem deswegen damit begonnen über Bücher zu bloggen, weil man es liebt zu schreiben, dann ist der Schritt zum eigenen Buch nachvollziehbar. Aber trifft das denn wirklich auf jeden Buchblogger zu?

Auf mich sicherlich nicht. Ich liebe es nicht zu schreiben, ich liebe es auch nicht Videos zu drehen und doch tue ich beides. Weil ich Bücher liebe, weil ich es liebe meine Gedanken über sie in die Welt zu entlassen. Deswegen habe ich 2008 damit angefangen About Happy Books zu führen, 2011 folgte dann Bücher-lit. 

Die große Passion zum Schreiben war damals nicht vorhanden und ist es auch heute nicht. Das geschriebene Wort, später das gesprochene Wort, ist vielmehr Mittel zum Zweck um meine Gedanken mit anderen zu teilen. Nicht mehr und nicht weniger. 

Daher wäre es für mich kein logischer Schritt ein Buch schreiben zu wollen. Diese Motivation habe ich nicht, ich werde sie wohl auch nie haben. 

Aber ja, wer auch aus Liebe zum Schreiben über Bücher bloggt, für den ist der Schritt zum Schreiben der eigenen Geschichte ein durchaus natürlicher. Aber wie sieht es mit Booktubern aus? Bewusst haben sie sich für das gesprochene Wort entschieden, dagegen einen Buchblog zu führen, warum sollte der Schritt zum eigenen Buch hier logisch sein?

Nur weil ich ein Leser bin, heißt das nicht, dass ich automatisch auch ein Autor sein will. Kann sein, muss aber sicherlich nicht. Ich liebe Bücher, bin mit ihnen aufgewachsen und kann mir ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Davon geträumt ein Autor zu sein habe ich deshalb aber nie. Ich glaube auch nicht, dass mich meine Rolle als Leser und Buchlogger in irgendeiner Form dazu prädestiniert ein Autor zu sein. 

Vielleicht stehe ich deshalb so manchem Buchblogger/Booktuber-Buch, längst nicht allen, etwas kritisch gegenüber. Denn nicht immer klingen die Erklärungen schlüssig.

Selbst habe ich noch kein Blogger/Booktuber-Buch gelesen (zumindest nicht wissentlich), nicht weil ich sie generell ablehne, sondern weil mich bisher keins interessiert hat. Vielleicht könnt ihr mir ja was empfehlen.

Ich will kein Autor sein, wie sieht es bei euch aus?

Kommentare:

  1. Ich glaube schon das uns Leser eine Leidenschaft für das Wort, das Erzählen, das sich mit seinen Gedanken nachausen tragen eint (wobei letzteres sicherlich ein menschliches Grundbedürfnis ist), und von daher gehöre ich zu der Fraktion die sagt das in jedem Leser auch ein Erzähler steckt - ob man deswegen aber zwangsläufig das Bedürfniss (und wichtiger noch das Talent) haben muss dies zu seinem Beruf zu machen... es muss sich sicherlich nicht jeder berufen fühlen seine Geschichten mit der Welt zu teilen und wenn ich mir so manches Kindle "Buch" ansehe, die Welt wird es ihnen danken.

    Was nicht heißen soll das Menschen ungeachtet ihres realen könnens nicht Schreiben sollen, ganz im Gegenteil:

    “When people don't express themselves, they die one piece at a time.”
    ― Laurie Halse Anderson, Speak

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    1. Ja, die Sache mit dem Talent ist natürlich noch einmal ein ganz wesentlicher Punkt. Natürlich kann man mit harter Arbeit einiges wettmachen, aber nicht jeder Erzähler kann seine Leser fesseln, dem muss man sich mutig stellen.

      Und auch ehrlich sagen dürfen, dass so manches Blogger/Youtuber-Buch ohne die Follower im Hintergrund niemals bei einem Verlag erschienen wäre. Wenn ich dann von einem bekannten Booktuber lese, dass er nur die Bücher seiner Freunde rezensieren wird, die ihm auch gefallen haben, wird es für mich schwierig. Aber das ist wieder eine andere Baustelle.

      Und vielen Dank für das tolle Zitat, das muss ich mir merken.

      LG
      Sabrina

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  2. Ein interessantes Thema. Ich glaube schon, dass der reflektierte Leser auch mal darüber nachdenkt, wie ließe sich eine Geschichte anders und besser erzählen. Und zumindest in jungen Jahren habe ich auch versucht, die ein oder andere Idee zu Papier zu bringen. Oder ergänzendes Material zu malen. Ähnlich scheint es bei vielen Bloggern zu sein, die dann ein Buch herausbringen.

    Nur gehört zu einem guten Autoren so viel mehr. Nämlich originelle Ideen, individuelle Erzählstimmen ... stattdessen wirkt es für mich bei diesen Büchern von den Beschreibungen her oft so, als wären es elaborierte Fan Fiction. Aber wie an Cassandra Clare zu sehen ist, bedeutet das ja nicht zwangsläufig Misserfolg. Deshalb will und kann ich niemanden das Schreiben verbieten. Nur meinen Ansprüchen genügt es eben nicht und deswegen lese ich so etwas auch nicht.

    Ich selbst werde höchstens mal etwas schreiben, falls mir wirklich eine geniale Idee kommt. Ist also eher unwahrscheinlich.

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    1. Auf die erwähnte geniale Idee muss ich wahrscheinlich auch mein ganzes Leben lang warten. ;)

      Aber selbst mit einer solchen Idee wüsste ich nicht, wo ich anfangen sollte. Würde mich beim Schreiben wahrscheinlich ständig wiederholen, niemals ein ganzes Buch füllen können. Mir würde es wahrscheinlich auch keine Freude bringen ein Buch selbst zu schreiben. Daher lasse ich es lieber sein.

      LG
      Sabrina

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